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Beispiel aus der Praxis
Ein Hersteller spricht intern von „Flurförderzeugen“. Kunden suchen aber nach „Gabelstapler kaufen“, „Elektrostapler gebraucht“ oder „Hubwagen Tragkraft 2 Tonnen“. Die Keyword-Recherche zeigt diese Begriffe, bewertet, wie oft danach gesucht wird, und ordnet jedem Thema die passende Seite zu.
Dabei zählt auch die Absicht hinter der Suche. Wer „Was kostet ein Gabelstapler“ eingibt, will sich informieren. Wer „Gabelstapler Händler Hannover“ eingibt, sucht einen Anbieter.
So gehen Sie bei der Keyword-Recherche vor
- Themen sammeln: Fragen aus Vertrieb, Kundendienst und Angeboten, Produktbezeichnungen, Anwendungsfälle, Wettbewerbsseiten.
- Begriffe erweitern: mit Tools, der Google-Autovervollständigung, den Fragen im Block „Ähnliche Fragen“ und den eigenen Suchanfragen aus der Google Search Console.
- Bewerten: Suchvolumen, Wettbewerb, Suchintention und Geschäftswert für Ihr Unternehmen.
- Clustern: Begriffe mit gleicher Absicht zu Themen zusammenfassen.
- Seiten zuordnen: je Themencluster genau eine Zielseite festlegen, bestehende Seiten prüfen, Lücken für neue Inhalte identifizieren.
- Priorisieren: nach Potenzial und Aufwand, oft zuerst Themen, bei denen Sie bereits auf Seite zwei stehen.
Die Recherche ist Ausgangspunkt jeder SEO-Beratung und liefert zugleich Suchbegriffe für SEA-Kampagnen.
Welche Arten von Suchintention gibt es?
Die Suchintention beschreibt, was jemand mit einer Suche erreichen will. Google bevorzugt Seiten, die zur Absicht passen, deshalb sollte jede Seite auf eine klare Intention ausgerichtet sein. Üblich ist die Einteilung in vier Typen:
- Informational: etwas lernen oder verstehen, etwa „Wie funktioniert eine Wärmepumpe“.
- Kommerziell bzw. vergleichend: Optionen abwägen, etwa „Wärmepumpe oder Gasheizung Vergleich“.
- Transaktional: kaufen, anfragen oder buchen, etwa „Wärmepumpe Angebot anfordern“.
- Navigational: eine bestimmte Marke oder Seite finden, etwa „Viessmann Login“.
Welche Absicht Google einer Suche zuordnet, zeigt am zuverlässigsten ein Blick auf die aktuellen Suchergebnisse: Stehen dort Fachartikel, Vergleiche, Shops oder Kartenergebnisse?
Kennzahlen zur Bewertung von Keywords
- Suchvolumen: durchschnittliche monatliche Suchanfragen. Alle Tools liefern Schätzwerte, keine exakten Zahlen.
- Wettbewerb bzw. Keyword-Schwierigkeit: toolspezifische Schätzung, wie schwer eine Top-Platzierung zu erreichen ist.
- CPC (Cost per Click): Der Klickpreis in Google Ads ist ein Hinweis darauf, wie wertvoll ein Begriff kommerziell ist.
- Klickpotenzial: Anzeigen, Kartenblöcke, AI Overviews und andere Elemente können einen Großteil der Aufmerksamkeit abziehen, auch bei hohem Suchvolumen (Zero-Click-Suche).
- Geschäftswert: Wie nah ist der Begriff an einer Anfrage oder einem Kauf? Diese Einschätzung kann nur das Unternehmen selbst treffen.
Tools für die Keyword-Recherche
- Google Keyword-Planer: kostenlos in Google Ads nutzbar, setzt eine abgeschlossene Kontoeinrichtung voraus. Zeigt Suchvolumen-Schätzungen und Klickpreis-Spannen. Ohne laufende Kampagnen sehen Nutzer erfahrungsgemäß oft nur grobe Volumenspannen.
- Google Search Console: echte Suchanfragen, bei denen Ihre Website bereits erscheint, inklusive Impressionen und Positionen.
- Google Trends: relative Entwicklung und Saisonalität von Suchinteresse.
- Suchergebnisse selbst: Autovervollständigung, „Ähnliche Fragen“ und verwandte Suchanfragen.
- Kostenpflichtige SEO-Tools wie Sistrix, Semrush oder Ahrefs: große Keyword-Datenbanken, Wettbewerbsanalysen und Keyword-Schwierigkeit.
Bei allen Tools gilt: Die Volumenangaben sind Schätzungen und weichen zwischen Anbietern teils deutlich voneinander ab.
Typische Fehler bei der Keyword-Recherche
- Nur auf Suchvolumen schauen: Ein Begriff mit wenigen Suchen, aber klarer Kaufabsicht ist oft mehr wert als ein allgemeiner Begriff mit hohem Volumen.
- Begriffe ohne Suchvolumen verwerfen: Im B2B zeigen Tools für spezielle Fachbegriffe oft „0“, obwohl es relevante Suchen gibt. Search-Console-Daten und Vertriebserfahrung helfen hier weiter.
- Fachsprache statt Kundensprache: Seiten ranken für Begriffe, die niemand sucht.
- Mehrere Seiten auf dasselbe Thema ausrichten: Sie konkurrieren miteinander, keine setzt sich durch.
- Einmal recherchieren und nie wieder: Suchverhalten, Produkte und Wettbewerb ändern sich, die Recherche sollte regelmäßig aktualisiert werden.
Keyword-Recherche für die KI-Suche
In KI-Assistenten und im KI-Modus von Google formulieren Menschen oft ganze Fragen und Folgefragen statt kurzer Suchbegriffe. Die Keyword-Recherche verschiebt sich deshalb von einzelnen Keywords hin zu Themen, Fragen und Entscheidungssituationen.
Für GEO lohnt es sich, typische Fragen der Zielgruppe entlang der Customer Journey zu sammeln und Inhalte so aufzubauen, dass sie diese Fragen direkt und belegt beantworten. Verlässliche Suchvolumen für Prompts in KI-Assistenten veröffentlichen die Anbieter nicht (Stand: September 2026).










