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Heatmap

Eine Heatmap ist eine farbige Darstellung, die aus den zusammengefassten Daten vieler Besuche zeigt, wo Besucher auf einer Webseite klicken und wie weit sie scrollen. Warme Farben wie Rot stehen für viel Interaktion, kalte wie Blau für wenig.

Inhalt dieser Seite
  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Beispiel aus der Praxis
  3. Wie funktioniert eine Heatmap?
  4. Welche Arten von Heatmaps gibt es?
  5. Welche Tools gibt es für Heatmaps?
  6. Was gilt beim Datenschutz für Heatmaps?
  7. Wie liest man eine Heatmap richtig?
  8. Was ist der Unterschied zwischen Heatmap und Sitzungsaufzeichnung?
  9. Typische Fehler bei Heatmaps
  10. Häufige Fragen

Das Wichtigste in Kürze

  • Klick-Heatmaps zeigen, wohin Besucher klicken oder tippen. Scroll-Maps machen sichtbar, welcher Anteil der Besucher bis zu welcher Stelle einer Seite kommt.
  • Eine Heatmap fasst viele Besuche zusammen. Warum einzelne Besucher zögern, zeigen eher Sitzungsaufzeichnungen und Nutzertests. Ob eine Änderung wirkt, misst ein A/B-Test.
  • Microsoft Clarity ist laut Hersteller dauerhaft kostenlos. Hotjar gehört inzwischen zu Contentsquare, und für Matomo gibt es Heatmaps als kostenpflichtiges Plugin.
  • Clarity setzt ein Cookie und verlangt für Besucher aus dem Europäischen Wirtschaftsraum ein Einwilligungssignal. Ob Ihr Tool eine Einwilligung nach § 25 TDDDG braucht, klären Sie mit Ihrem Datenschutzbeauftragten.
  • Werten Sie Desktop und Smartphone getrennt aus. Dieselbe Seite ist auf beiden Geräten anders aufgebaut, und Besucher bedienen sie anders.

Beispiel aus der Praxis

Ein Hersteller von Förderanlagen bewirbt seine Produktseiten mit Google Ads, doch über das Formular am Seitenende kommen nur wenige Anfragen. Das Marketingteam lässt vier Wochen lang eine Heatmap mitlaufen und wertet Desktop und Smartphone getrennt aus.

Die Scroll-Map zeigt, dass auf dem Smartphone nur ein kleiner Teil der Besucher bis zum Formular kommt. In der Klick-Heatmap fällt auf, dass viele Besucher auf die Tabelle mit den technischen Daten tippen, obwohl sie nicht verlinkt ist. Das Team setzt einen Button „Datenblatt und Angebot anfordern“ direkt unter die Tabelle und vergleicht die Anfragen danach mit den Wochen davor.

Wie funktioniert eine Heatmap?

Für eine Heatmap binden Sie ein Skript des Tools in Ihre Website ein. Es zeichnet auf, wo Besucher klicken und wie weit sie scrollen. Das Tool fasst die Daten vieler Besuche zusammen und legt sie als Farbschicht über ein Bild der Seite. Microsoft Clarity färbt Bereiche mit viel Interaktion rot und mit wenig Interaktion blau. Einzelne Besuche zeigt erst eine Sitzungsaufzeichnung.

Welche Arten von Heatmaps gibt es?

Heatmaps unterscheiden sich darin, welches Verhalten sie zeigen.

Arten von Heatmaps im Vergleich
Art Zeigt Eignet sich für
Klick-Heatmap wohin Besucher klicken oder tippen Buttons und Elemente, die wie Links aussehen
Scroll-Map welcher Anteil der Besucher bis zu welcher Stelle der Seite kommt lange Seiten, Position von Formular und Kontaktangaben
Mausbewegungs-Heatmap wo Besucher am Desktop die Maus bewegen Hinweise auf Bereiche, die Besucher lesen

Mausbewegungen sind laut Contentsquare ein Hinweis darauf, wohin Besucher vermutlich schauen. Die Tools erfassen sie nur am Desktop. Viele Tools markieren außerdem Rage Clicks, also schnell wiederholte Klicks auf dieselbe Stelle. Sie zeigen Elemente, die nicht wie erwartet reagieren.

Welche Tools gibt es für Heatmaps?

Für Website-Heatmaps sind diese Tools verbreitet (Stand: Oktober 2026).

  • Microsoft Clarity. Clarity erstellt Heatmaps und Sitzungsaufzeichnungen. Microsoft beschreibt Clarity als dauerhaft kostenlosen Dienst ohne Traffic-Grenzen.
  • Hotjar. Hotjar gehört inzwischen zu Contentsquare, neue Hotjar-Konten lassen sich laut Hersteller nicht mehr anlegen. Der kostenlose Plan von Contentsquare enthält Heatmaps und Sitzungsaufzeichnungen.
  • Matomo Heatmaps. Für Matomo gibt es das kostenpflichtige Plugin „Heatmap & Session Recording“. Es zeichnet auch einzelne Sitzungen auf und lässt sich laut Hersteller 30 Tage kostenlos testen.

Was gilt beim Datenschutz für Heatmaps?

Heatmap-Tools zeichnen das Verhalten von Besuchern auf, Microsoft Clarity erkennt sie dafür über ein Cookie wieder, das im Browser gespeichert wird. Nach § 25 TDDDG ist das Speichern und Auslesen solcher Informationen nur mit Einwilligung erlaubt, außer es ist für einen ausdrücklich gewünschten Dienst unbedingt erforderlich. Ob das für Ihr Tool gilt, klären Sie mit Ihrem Datenschutzbeauftragten.

  • Einwilligung weitergeben. Microsoft verlangt unter anderem für Besucher aus dem Europäischen Wirtschaftsraum, dass Websites die Einwilligung an Clarity übermitteln. Fehlt sie, wertet Clarity jeden Seitenaufruf als eigene Sitzung.
  • Eingaben maskieren. Clarity maskiert Eingaben in Formularfeldern laut Microsoft in jeder Einstellung. Prüfen Sie bei jedem Tool, ob Namen oder E-Mail-Adressen in Aufzeichnungen sichtbar bleiben.

Wie liest man eine Heatmap richtig?

Lesen Sie Heatmaps getrennt nach Gerätetyp und erst, wenn genug Besuche zusammengekommen sind.

  • Gerätetypen trennen. Auf dem Smartphone stehen Elemente untereinander, die am Desktop nebeneinander liegen. Eine gemeinsame Heatmap vermischt beide Ansichten.
  • Genug Sitzungen abwarten. Clarity erzeugt eine Heatmap laut Microsoft ohne Mindestzahl an Besuchen. Aussagekräftig wird das Bild erst mit vielen Besuchen, bei wenig Traffic nach mehreren Wochen. Ändert sich das Layout, beginnt die Auswertung neu.
  • Dynamische Inhalte beachten. Heatmaps liegen über einem Bild der Seite. Ein Menü, das sich erst beim Überfahren öffnet, fehlt auf diesem Bild, und Clarity zeigt Klicks darauf laut Microsoft nicht an.

Was ist der Unterschied zwischen Heatmap und Sitzungsaufzeichnung?

Eine Heatmap zeigt das Verhalten vieler Besucher als Farbbild, eine Sitzungsaufzeichnung den Ablauf eines einzelnen Besuchs. Ob eine Änderung mehr Anfragen bringt, misst ein A/B-Test.

Heatmap und verwandte Methoden im Vergleich
Methode Zeigt Beantwortet die Frage
Heatmap Klicks und Scrolltiefe vieler Besuche Wo klicken Besucher, und wie weit lesen sie?
Sitzungsaufzeichnung den Ablauf eines einzelnen Besuchs als Video Was hat ein Besucher vor dem Abbruch getan?
A/B-Test Unterschied zwischen zwei zufällig verteilten Varianten Bringt die Änderung mehr Anfragen?

In der Conversion-Optimierung stützen wir Vorschläge für Änderungen auf Heatmaps und Usability-Tests. Wie ein Usability-Test abläuft, erklärt unser Beitrag zum Usability Test.

Typische Fehler bei Heatmaps

  • Ohne Fragestellung starten. Legen Sie vorher fest, welche Seite Sie untersuchen und was Sie wissen wollen, etwa warum das Formular selten ausgefüllt wird.
  • Klicks mit Erfolg gleichsetzen. Viele Klicks auf ein Element können auch heißen, dass Besucher dort etwas suchen und nicht finden. Ob daraus Anfragen werden, zeigt die Conversion Rate.
  • Einwilligung vergessen. Lädt das Tool erst nach Zustimmung, enthält die Heatmap nur Besucher, die zugestimmt haben. Das Bild kann deshalb vom Verhalten aller Besucher abweichen.

Verwandte Begriffe

Quellen

Häufige Fragen

Was bedeutet Heatmap auf Deutsch?

Heatmap heißt wörtlich Wärmekarte. Der Name kommt von der Farbskala, die stark genutzte Bereiche warm und wenig genutzte kalt darstellt. Im Online-Marketing ist meist die Website-Heatmap gemeint, die Klicks und Scrollverhalten von Besuchern zeigt.

Was zeigt eine Scroll-Map?

Eine Scroll-Map zeigt, welcher Anteil der Besucher bis zu welcher Stelle einer Seite scrollt. Oben ist die Seite meist warm eingefärbt, nach unten wird sie kälter. Clarity markiert zusätzlich die durchschnittliche Stelle, bis zu der Besucher ohne Scrollen sehen.

Brauche ich für eine Heatmap eine Einwilligung?

Das hängt vom Tool und seiner Einrichtung ab. Nach § 25 TDDDG ist eine Einwilligung nötig, wenn Informationen auf dem Gerät der Besucher gespeichert oder ausgelesen werden und keine Ausnahme greift. Microsoft verlangt für Clarity bei Besuchern aus dem Europäischen Wirtschaftsraum ein Einwilligungssignal. Die Bewertung für Ihre Website trifft Ihr Datenschutzbeauftragter.

Wie viele Besucher braucht eine Heatmap?

Eine feste Zahl gibt es nicht. Clarity erstellt Heatmaps laut Microsoft ohne Mindestzahl an Besuchen, belastbar wird das Bild aber erst mit vielen Sitzungen je Gerätetyp. Auf Seiten mit wenig Traffic sollte die Messung deshalb mehrere Wochen laufen.

Funktionieren Heatmaps auf dem Smartphone?

Ja. Klick-Heatmaps zeigen auf dem Smartphone, wohin Besucher tippen, und Scroll-Maps funktionieren wie am Desktop. Mausbewegungen gibt es auf Touchscreens nicht, diese Art von Heatmap bleibt dem Desktop vorbehalten.

Ersetzt eine Heatmap einen A/B-Test?

Nein. Eine Heatmap zeigt, wie sich Besucher auf einer Seite verhalten, und liefert Ideen für Änderungen. Ob eine Änderung mehr Anfragen oder Bestellungen bringt, misst erst ein A/B-Test oder bei wenig Traffic ein Vorher-nachher-Vergleich.

Was ist eine Heatmap in Excel?

In Excel meint Heatmap eine Tabelle, deren Zellen je nach Wert unterschiedlich gefärbt sind. Microsoft nennt die Funktion Farbskalen, sie gehört zur bedingten Formatierung. Mit dem Verhalten von Websitebesuchern hat diese Art von Heatmap nichts zu tun.

Was kostet ein Heatmap-Tool?

Die Kosten hängen vom Tool und vom Funktionsumfang ab. Microsoft Clarity ist laut Hersteller kostenlos, Contentsquare bietet neben bezahlten Plänen einen kostenlosen Einstieg. Für Matomo ist das Heatmap-Plugin kostenpflichtig. Hinzu kommt interner Aufwand für Einrichtung und regelmäßige Auswertung.

Glossar

Mehr aus Conversion und Leads.

Alle 75 Begriffe
  • A/B-Test

    Ein A/B-Test ist ein Experiment, bei dem Besucher zufällig auf zwei Varianten einer Webseite, Anzeige oder E-Mail verteilt werden.

  • Call to Action (CTA)

    Ein Call to Action (CTA) ist eine Handlungsaufforderung, die Leser einer Website oder Anzeige zum nächsten Schritt einlädt, etwa zu einer Anfrage oder einem Download.

  • Content Marketing

    Content Marketing ist eine Marketingmethode, bei der ein Unternehmen Kunden mit nützlichen Inhalten gewinnt und bindet, etwa mit Fachartikeln, Leitfäden, Videos oder Studien, statt mit reiner Werbung.

  • Conversion Rate und Conversion-Optimierung (CRO)

    Die Conversion Rate (Konversionsrate) gibt an, wie viel Prozent der Besucher oder Klicks zu einer gewünschten Handlung führen, etwa einer Anfrage oder einem Kauf.

  • Customer Journey

    Die Customer Journey (deutsch: Kundenreise) beschreibt alle Phasen und Berührungspunkte (Touchpoints), die ein Kunde vom ersten Bedarf über die Kaufentscheidung bis zur Bindung an ein Unternehmen durchläuft.

  • Landingpage

    Eine Landingpage (Zielseite) ist die Seite, auf der Besucher nach dem Klick auf eine Anzeige, einen Link oder ein Suchergebnis ankommen.

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