Inhalt dieser Seite
- Das Wichtigste in Kürze
- Beispiel aus der Praxis
- Wie funktioniert eine Heatmap?
- Welche Arten von Heatmaps gibt es?
- Welche Tools gibt es für Heatmaps?
- Was gilt beim Datenschutz für Heatmaps?
- Wie liest man eine Heatmap richtig?
- Was ist der Unterschied zwischen Heatmap und Sitzungsaufzeichnung?
- Typische Fehler bei Heatmaps
- Häufige Fragen
Das Wichtigste in Kürze
- Klick-Heatmaps zeigen, wohin Besucher klicken oder tippen. Scroll-Maps machen sichtbar, welcher Anteil der Besucher bis zu welcher Stelle einer Seite kommt.
- Eine Heatmap fasst viele Besuche zusammen. Warum einzelne Besucher zögern, zeigen eher Sitzungsaufzeichnungen und Nutzertests. Ob eine Änderung wirkt, misst ein A/B-Test.
- Microsoft Clarity ist laut Hersteller dauerhaft kostenlos. Hotjar gehört inzwischen zu Contentsquare, und für Matomo gibt es Heatmaps als kostenpflichtiges Plugin.
- Clarity setzt ein Cookie und verlangt für Besucher aus dem Europäischen Wirtschaftsraum ein Einwilligungssignal. Ob Ihr Tool eine Einwilligung nach § 25 TDDDG braucht, klären Sie mit Ihrem Datenschutzbeauftragten.
- Werten Sie Desktop und Smartphone getrennt aus. Dieselbe Seite ist auf beiden Geräten anders aufgebaut, und Besucher bedienen sie anders.
Beispiel aus der Praxis
Ein Hersteller von Förderanlagen bewirbt seine Produktseiten mit Google Ads, doch über das Formular am Seitenende kommen nur wenige Anfragen. Das Marketingteam lässt vier Wochen lang eine Heatmap mitlaufen und wertet Desktop und Smartphone getrennt aus.
Die Scroll-Map zeigt, dass auf dem Smartphone nur ein kleiner Teil der Besucher bis zum Formular kommt. In der Klick-Heatmap fällt auf, dass viele Besucher auf die Tabelle mit den technischen Daten tippen, obwohl sie nicht verlinkt ist. Das Team setzt einen Button „Datenblatt und Angebot anfordern“ direkt unter die Tabelle und vergleicht die Anfragen danach mit den Wochen davor.
Wie funktioniert eine Heatmap?
Für eine Heatmap binden Sie ein Skript des Tools in Ihre Website ein. Es zeichnet auf, wo Besucher klicken und wie weit sie scrollen. Das Tool fasst die Daten vieler Besuche zusammen und legt sie als Farbschicht über ein Bild der Seite. Microsoft Clarity färbt Bereiche mit viel Interaktion rot und mit wenig Interaktion blau. Einzelne Besuche zeigt erst eine Sitzungsaufzeichnung.
Welche Arten von Heatmaps gibt es?
Heatmaps unterscheiden sich darin, welches Verhalten sie zeigen.
| Art | Zeigt | Eignet sich für |
|---|---|---|
| Klick-Heatmap | wohin Besucher klicken oder tippen | Buttons und Elemente, die wie Links aussehen |
| Scroll-Map | welcher Anteil der Besucher bis zu welcher Stelle der Seite kommt | lange Seiten, Position von Formular und Kontaktangaben |
| Mausbewegungs-Heatmap | wo Besucher am Desktop die Maus bewegen | Hinweise auf Bereiche, die Besucher lesen |
Mausbewegungen sind laut Contentsquare ein Hinweis darauf, wohin Besucher vermutlich schauen. Die Tools erfassen sie nur am Desktop. Viele Tools markieren außerdem Rage Clicks, also schnell wiederholte Klicks auf dieselbe Stelle. Sie zeigen Elemente, die nicht wie erwartet reagieren.
Welche Tools gibt es für Heatmaps?
Für Website-Heatmaps sind diese Tools verbreitet (Stand: Oktober 2026).
- Microsoft Clarity. Clarity erstellt Heatmaps und Sitzungsaufzeichnungen. Microsoft beschreibt Clarity als dauerhaft kostenlosen Dienst ohne Traffic-Grenzen.
- Hotjar. Hotjar gehört inzwischen zu Contentsquare, neue Hotjar-Konten lassen sich laut Hersteller nicht mehr anlegen. Der kostenlose Plan von Contentsquare enthält Heatmaps und Sitzungsaufzeichnungen.
- Matomo Heatmaps. Für Matomo gibt es das kostenpflichtige Plugin „Heatmap & Session Recording“. Es zeichnet auch einzelne Sitzungen auf und lässt sich laut Hersteller 30 Tage kostenlos testen.
Was gilt beim Datenschutz für Heatmaps?
Heatmap-Tools zeichnen das Verhalten von Besuchern auf, Microsoft Clarity erkennt sie dafür über ein Cookie wieder, das im Browser gespeichert wird. Nach § 25 TDDDG ist das Speichern und Auslesen solcher Informationen nur mit Einwilligung erlaubt, außer es ist für einen ausdrücklich gewünschten Dienst unbedingt erforderlich. Ob das für Ihr Tool gilt, klären Sie mit Ihrem Datenschutzbeauftragten.
- Einwilligung weitergeben. Microsoft verlangt unter anderem für Besucher aus dem Europäischen Wirtschaftsraum, dass Websites die Einwilligung an Clarity übermitteln. Fehlt sie, wertet Clarity jeden Seitenaufruf als eigene Sitzung.
- Eingaben maskieren. Clarity maskiert Eingaben in Formularfeldern laut Microsoft in jeder Einstellung. Prüfen Sie bei jedem Tool, ob Namen oder E-Mail-Adressen in Aufzeichnungen sichtbar bleiben.
Wie liest man eine Heatmap richtig?
Lesen Sie Heatmaps getrennt nach Gerätetyp und erst, wenn genug Besuche zusammengekommen sind.
- Gerätetypen trennen. Auf dem Smartphone stehen Elemente untereinander, die am Desktop nebeneinander liegen. Eine gemeinsame Heatmap vermischt beide Ansichten.
- Genug Sitzungen abwarten. Clarity erzeugt eine Heatmap laut Microsoft ohne Mindestzahl an Besuchen. Aussagekräftig wird das Bild erst mit vielen Besuchen, bei wenig Traffic nach mehreren Wochen. Ändert sich das Layout, beginnt die Auswertung neu.
- Dynamische Inhalte beachten. Heatmaps liegen über einem Bild der Seite. Ein Menü, das sich erst beim Überfahren öffnet, fehlt auf diesem Bild, und Clarity zeigt Klicks darauf laut Microsoft nicht an.
Was ist der Unterschied zwischen Heatmap und Sitzungsaufzeichnung?
Eine Heatmap zeigt das Verhalten vieler Besucher als Farbbild, eine Sitzungsaufzeichnung den Ablauf eines einzelnen Besuchs. Ob eine Änderung mehr Anfragen bringt, misst ein A/B-Test.
| Methode | Zeigt | Beantwortet die Frage |
|---|---|---|
| Heatmap | Klicks und Scrolltiefe vieler Besuche | Wo klicken Besucher, und wie weit lesen sie? |
| Sitzungsaufzeichnung | den Ablauf eines einzelnen Besuchs als Video | Was hat ein Besucher vor dem Abbruch getan? |
| A/B-Test | Unterschied zwischen zwei zufällig verteilten Varianten | Bringt die Änderung mehr Anfragen? |
In der Conversion-Optimierung stützen wir Vorschläge für Änderungen auf Heatmaps und Usability-Tests. Wie ein Usability-Test abläuft, erklärt unser Beitrag zum Usability Test.
Typische Fehler bei Heatmaps
- Ohne Fragestellung starten. Legen Sie vorher fest, welche Seite Sie untersuchen und was Sie wissen wollen, etwa warum das Formular selten ausgefüllt wird.
- Klicks mit Erfolg gleichsetzen. Viele Klicks auf ein Element können auch heißen, dass Besucher dort etwas suchen und nicht finden. Ob daraus Anfragen werden, zeigt die Conversion Rate.
- Einwilligung vergessen. Lädt das Tool erst nach Zustimmung, enthält die Heatmap nur Besucher, die zugestimmt haben. Das Bild kann deshalb vom Verhalten aller Besucher abweichen.










