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Customer Journey

Die Customer Journey (deutsch: Kundenreise) beschreibt alle Phasen und Berührungspunkte (Touchpoints), die ein Kunde vom ersten Bedarf über die Kaufentscheidung bis zur Bindung an ein Unternehmen durchläuft.

Inhalt dieser Seite
  1. Beispiel aus der Praxis
  2. Welche Phasen hat die Customer Journey?
  3. So erstellen Sie eine Customer Journey Map
  4. Wie verändern KI-Assistenten die Customer Journey?
  5. Wie lässt sich die Customer Journey messen?
  6. Typische Fehler bei der Arbeit mit der Customer Journey
  7. Häufige Fragen

Beispiel aus der Praxis

Der Produktionsleiter eines Getränkeherstellers braucht eine neue Etikettiermaschine. Zwei Hersteller kennt er von einer Messe. Er fragt ChatGPT nach weiteren Anbietern und sucht bei Google nach „Etikettiermaschine Glasflaschen“. Danach liest er Datenblätter und fordert nach Rücksprache mit dem Einkauf zwei Angebote an. Nach der Inbetriebnahme meldet sich der Service des Herstellers mit dem Termin für die erste Wartung.

Jeder dieser Schritte ist ein Kontaktpunkt, an dem der Hersteller den Kunden gewinnen oder verlieren kann.

Welche Phasen hat die Customer Journey?

Die Customer Journey wird meist in fünf Phasen eingeteilt. Die Bezeichnungen unterscheiden sich je nach Modell, der Grundgedanke ist gleich:

  1. Aufmerksamkeit (Awareness): Der Kunde erkennt einen Bedarf oder wird auf ein Angebot aufmerksam.
  2. Interesse (Interest): Er informiert sich über Lösungswege und Anbieter.
  3. Abwägung (Consideration): Er vergleicht Angebote, liest Bewertungen und holt Meinungen ein.
  4. Kauf (Conversion): Er fragt an, bestellt oder unterschreibt.
  5. Bindung (Retention): Er nutzt das Produkt, erhält Service, kauft erneut und empfiehlt weiter.

Das ältere AIDA-Modell beschreibt vier Phasen: Attention, Interest, Desire und Action. Erweiterte Modelle mit sieben Phasen ergänzen etwa Nutzung, Loyalität und Weiterempfehlung. Kein Modell ist allgemein richtig. Wichtig ist, dass es zum eigenen Geschäft passt.

So erstellen Sie eine Customer Journey Map

Eine Customer Journey Map stellt die Reise einer typischen Zielperson übersichtlich dar und zeigt, wo es hakt.

  1. Zielperson festlegen: eine konkrete Persona, etwa die Einkaufsleiterin eines Zulieferers oder den privaten Bauherrn.
  2. Phasen und Touchpoints sammeln: Wo sucht die Person, wen fragt sie, welche Seiten besucht sie?
  3. Fragen und Hürden notieren: Was will die Person in jeder Phase wissen, was hält sie auf?
  4. Mit Daten abgleichen: Webanalyse, CRM, Suchanfragen, Vertriebs- und Kundendienstgespräche, Kundeninterviews.
  5. Maßnahmen ableiten: fehlende Inhalte erstellen, Hürden abbauen, Übergaben zwischen Marketing, Vertrieb und Service klären.

Im B2B entscheiden meist mehrere Personen. Dann lohnt sich eine Map je Rolle, etwa für Technik, Einkauf und Geschäftsführung. Eine priorisierte Umsetzung aus solchen Erkenntnissen ist Teil unserer Leistung Strategie und Roadmap.

Wie verändern KI-Assistenten die Customer Journey?

KI-Assistenten verlagern Recherche und Vorauswahl in ein Gespräch, das oft stattfindet, bevor ein Kunde eine Website besucht. Wer ChatGPT, Gemini oder Googles KI-Übersichten nach Anbietern, Vergleichen oder Kaufkriterien fragt, erhält eine zusammengefasste Antwort mit wenigen Namen.

  • Kunden kommen besser informiert und mit einer engeren Auswahl auf die Website.
  • Viele Informationsschritte hinterlassen keine Spuren in der eigenen Webanalyse.
  • Wer in den Antworten nicht vorkommt, fällt früh aus der Auswahl. Die KI-Sichtbarkeit wird deshalb zu einem Faktor in der Abwägungsphase.

Belastbare, allgemeingültige Zahlen zum Anteil KI-gestützter Kaufentscheidungen gibt es bislang nicht (Stand: September 2026). Aufschluss geben eigene Befragungen und die Beobachtung, in welchen KI-Antworten Ihr Unternehmen genannt wird.

Wie lässt sich die Customer Journey messen?

Die Customer Journey lässt sich nur teilweise messen, weil viele Touchpoints offline oder außerhalb der eigenen Systeme stattfinden. Sinnvoll ist eine Kombination mehrerer Quellen:

  • Webanalyse mit Attribution: Google Analytics 4 bietet datengetriebene Attribution sowie Last-Click-Modelle. Die regelbasierten Modelle wie „Erster Klick“ oder „Linear“ sind seit November 2023 nicht mehr verfügbar.
  • CRM-Daten: Welche Quellen haben Kontakte, die später Aufträge wurden?
  • Selbstauskunft: ein freies Feld „Wie sind Sie auf uns aufmerksam geworden?“ im Formular oder im Erstgespräch.
  • KI-Monitoring: regelmäßige Prüfung, ob und wie Ihr Unternehmen in KI-Antworten erscheint.

Durch Cookie-Einwilligungen, Gerätewechsel und Empfehlungen im persönlichen Gespräch bleiben Lücken. Messdaten zeigen deshalb Tendenzen, keine vollständige Reise.

Typische Fehler bei der Arbeit mit der Customer Journey

  • Nur bis zum Kauf denken: Service, Wiederkauf und Empfehlung werden ausgeblendet, obwohl dort oft das größte Potenzial liegt.
  • Map aus dem Konferenzraum: Die Reise wird aus Unternehmenssicht angenommen statt mit Kunden, Vertrieb und Service überprüft.
  • Letzter Klick als Wahrheit: Kanäle, die früh informieren, etwa Fachartikel oder LinkedIn, werden unterschätzt und gekürzt.
  • Einmal erstellt, nie aktualisiert: Neue Kanäle wie KI-Assistenten verändern die Reise, die Map bleibt aber auf altem Stand.
  • Keine Verantwortlichen: Erkenntnisse führen zu keinen Maßnahmen, weil niemand für einzelne Touchpoints zuständig ist.

Verwandte Begriffe

Quellen

Häufige Fragen

Was versteht man unter Customer Journey?

Unter Customer Journey versteht man den gesamten Weg eines Kunden vom ersten Bedarf bis zum Kauf und darüber hinaus. Sie umfasst alle Berührungspunkte mit einem Unternehmen, etwa Anzeigen, Suchergebnisse, Website, Bewertungen, Gespräche und Service. Ziel der Betrachtung ist, diese Punkte aus Kundensicht zu verbessern.

Wie sagt man Customer Journey auf Deutsch?

Die übliche deutsche Übersetzung ist „Kundenreise“. Gelegentlich werden auch „Kaufentscheidungsprozess“ oder „Kundenweg“ verwendet. Im Marketing hat sich der englische Begriff durchgesetzt.

Welche Phasen hat die Customer Journey?

Häufig werden fünf Phasen unterschieden: Aufmerksamkeit (Awareness), Interesse, Abwägung (Consideration), Kauf (Conversion) und Bindung (Retention). Je nach Modell werden sie unterschiedlich benannt oder weiter unterteilt. Die Phasen sollten das Kaufverhalten der eigenen Zielgruppe abbilden.

Welche vier Phasen der Customer Journey gibt es?

Vier Phasen beschreibt das AIDA-Modell: Attention (Aufmerksamkeit), Interest (Interesse), Desire (Kaufwunsch) und Action (Handlung). Es konzentriert sich auf den Weg bis zum Kauf. Neuere Modelle ergänzen Phasen nach dem Kauf wie Bindung und Weiterempfehlung.

Welche Customer-Journey-Modelle gibt es?

Verbreitet sind das AIDA-Modell mit vier Phasen, das Fünf-Phasen-Modell von Aufmerksamkeit bis Bindung sowie erweiterte Modelle mit sieben Phasen, die Nutzung, Loyalität und Weiterempfehlung einbeziehen. Daneben gibt es Kreislaufmodelle wie den Flywheel-Ansatz, der zufriedene Kunden als Antrieb für neue Kunden sieht. Welches Modell passt, hängt von Produkt und Vertriebsweg ab.

Was ist ein Beispiel für eine Customer Journey?

Eine Einkäuferin sucht einen neuen Lieferanten für Verpackungen: Sie liest einen Fachartikel, fragt eine KI nach Anbietern, vergleicht drei Websites, lädt ein Datenblatt herunter, erhält eine Musterlieferung und bestellt. Nach der Lieferung bewertet sie den Service und bestellt erneut. Jeder dieser Schritte ist ein Touchpoint.

Wie verändert KI die Customer Journey?

Recherche und Vorauswahl verlagern sich in KI-Assistenten. Viele Kunden kommen besser informiert und mit einer engeren Auswahl auf die Website, und Teile der Reise bleiben in der Webanalyse unsichtbar. Wer in den KI-Antworten nicht vorkommt, fällt früh aus der Auswahl.

Wie lässt sich die Customer Journey messen?

Über Webanalyse mit kanalübergreifender Attribution, CRM-Daten, Befragungen („Wie sind Sie auf uns aufmerksam geworden?“) und die Beobachtung von Nennungen in KI-Antworten. Vollständig messbar ist die Reise nie, weil Empfehlungen, Offline-Kontakte und fehlende Cookie-Einwilligungen Lücken erzeugen.

Was ist der Unterschied zwischen Customer Journey und Sales Funnel?

Der Sales Funnel (Verkaufstrichter) beschreibt den Weg aus Sicht des Unternehmens und zeigt, wie viele Interessenten von Stufe zu Stufe übrig bleiben. Die Customer Journey betrachtet denselben Weg aus Sicht des Kunden mit seinen Fragen, Kanälen und Hürden. Beide Sichtweisen ergänzen sich.

Glossar

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Alle 75 Begriffe
  • A/B-Test

    Ein A/B-Test ist ein Experiment, bei dem Besucher zufällig auf zwei Varianten einer Webseite, Anzeige oder E-Mail verteilt werden.

  • Call to Action (CTA)

    Ein Call to Action (CTA) ist eine Handlungsaufforderung, die Leser einer Website oder Anzeige zum nächsten Schritt einlädt, etwa zu einer Anfrage oder einem Download.

  • Content Marketing

    Content Marketing ist eine Marketingmethode, bei der ein Unternehmen Kunden mit nützlichen Inhalten gewinnt und bindet, etwa mit Fachartikeln, Leitfäden, Videos oder Studien, statt mit reiner Werbung.

  • Conversion Rate und Conversion-Optimierung (CRO)

    Die Conversion Rate (Konversionsrate) gibt an, wie viel Prozent der Besucher oder Klicks zu einer gewünschten Handlung führen, etwa einer Anfrage oder einem Kauf.

  • Heatmap

    Eine Heatmap ist eine farbige Darstellung, die aus den zusammengefassten Daten vieler Besuche zeigt, wo Besucher auf einer Webseite klicken und wie weit sie scrollen.

  • Landingpage

    Eine Landingpage (Zielseite) ist die Seite, auf der Besucher nach dem Klick auf eine Anzeige, einen Link oder ein Suchergebnis ankommen.

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