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Attributionsmodell

Ein Attributionsmodell ist eine Regel oder ein Rechenverfahren, das eine Conversion auf die Werbekontakte verteilt, die ihr vorausgingen. Es bestimmt, welcher Kanal in Google Analytics oder Google Ads wie viel Anteil an einer Anfrage oder einem Kauf erhält.

Inhalt dieser Seite
  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Beispiel aus der Praxis
  3. Wie funktioniert ein Attributionsmodell?
  4. Welche Attributionsmodelle gibt es?
  5. Was bietet Google heute an?
  6. Was ist der Rückschauzeitraum?
  7. Wo liegen die Grenzen der Attribution?
  8. Was ergänzt die Attribution?
  9. Häufige Fragen

Das Wichtigste in Kürze

  • Regelbasierte Modelle verteilen nach einer festen Regel, etwa alles auf den letzten Klick. Datengetriebene Modelle berechnen die Verteilung aus den Daten des eigenen Kontos.
  • In GA4 und Google Ads stehen heute nur noch der letzte Klick und die datengetriebene Attribution zur Wahl. Die übrigen regelbasierten Modelle hat Google 2023 abgeschafft.
  • Der Rückschauzeitraum legt fest, wie alt ein Kontakt sein darf. In GA4 sind es für die meisten Schlüsselereignisse bis zu 90 Tage.
  • Messegespräche und Empfehlungen erfasst kein Modell. Auch Wechsel zwischen Geräten sieht GA4 nur teilweise.
  • Inkrementalitätstests und Marketing-Mix-Modelle ergänzen die Attribution, weil sie ohne Klickpfade auskommen.

Beispiel aus der Praxis

Ein Hersteller von Etikettendruckern erhält eine Anfrage über das Kontaktformular. Der Interessent kam zuerst über eine Google-Anzeige auf die Website und lud ein Whitepaper herunter. Zwei Wochen später klickte er auf einen LinkedIn-Beitrag des Herstellers, kurz darauf rief er die Website direkt auf und schickte die Anfrage ab.

Nach dem Modell „Letzter Klick“ in GA4 zählt die Anfrage vollständig für LinkedIn, weil GA4 den direkten Aufruf dabei außer Acht lässt. Ein Modell, das nur den ersten Klick wertet, würde die Anfrage der Google-Anzeige zuschreiben, ein lineares Modell beiden Kanälen je zur Hälfte. Das gewählte Attributionsmodell legt fest, welche dieser Sichtweisen in den Berichten erscheint.

Wie funktioniert ein Attributionsmodell?

Ein Attributionsmodell verteilt eine Conversion auf die Kontakte, die ihr vorausgingen. Kontakte sind vor allem Klicks, die ein Analyse-Tool einem Besucher zuordnen kann, etwa auf eine Anzeige oder einen Link in einer E-Mail. Jeder Kanal erhält einen Anteil, der auch ein Bruchteil sein kann, zum Beispiel 0,5 Anfragen.

Die gesamte Abfolge der Kontakte beschreibt die Customer Journey. Das Attributionsmodell bewertet den Teil davon, den das Tool messen kann. Klicks aus Newslettern ordnet es zuverlässig zu, wenn die Links UTM-Parameter tragen.

Welche Attributionsmodelle gibt es?

Attributionsmodelle lassen sich in zwei Gruppen teilen. Regelbasierte Modelle verteilen nach einer festen Regel, datengetriebene Modelle berechnen die Verteilung aus den Daten des eigenen Kontos.

Attributionsmodelle im Überblick (Stand: Oktober 2026)
Modell So wird die Conversion verteilt In GA4 und Google Ads
Letzter Klick (Last Click) Der letzte Klick vor der Conversion erhält 100 %. verfügbar
Erster Klick (First Click) Der erste Klick erhält 100 %. 2023 abgeschafft
Linear Alle Klicks erhalten denselben Anteil. 2023 abgeschafft
Zeitverlauf (zeitbasiert) Klicks kurz vor der Conversion erhalten mehr als frühe Klicks. 2023 abgeschafft
Positionsbasiert Erster und letzter Klick erhalten den größten Anteil, die Klicks dazwischen den Rest. 2023 abgeschafft
Datengetrieben Ein Modell verteilt nach dem Beitrag, den es aus den Kontodaten errechnet. verfügbar, in Google Ads meist voreingestellt

In GA4 heißt das Modell mit dem letzten Klick „Letzter Klick (bezahlte und organische Channels)“. Es lässt direkte Zugriffe außer Acht und schreibt die Conversion dem letzten Kanal zu, über den der Besucher per Klick kam.

Was bietet Google heute an?

GA4 und Google Ads bieten nur noch den letzten Klick und die datengetriebene Attribution an (Stand: Oktober 2026). Google kündigte die Abschaffung der übrigen regelbasierten Modelle im April 2023 an. Google Ads stellte betroffene Conversion-Aktionen ab September 2023 auf datengetriebene Attribution um, in GA4 sind die Modelle seit November 2023 nicht mehr verfügbar.

Als Grund nannte Google unter anderem die geringe Nutzung. Regelbasierte Modelle kamen laut Google bei weniger als 3 % der Web-Conversions in Google Ads zum Einsatz.

Das datengetriebene Modell vergleicht die Wege von Nutzern, die eine Conversion auslösen, mit den Wegen der übrigen Nutzer. Interaktionen, die häufiger zu Conversions führen, erhalten mehr Anteil. Google empfiehlt dafür mindestens 200 Conversions und 2.000 Anzeigeninteraktionen in 30 Tagen, nutzbar ist das Modell aber für alle Conversion-Aktionen.

Was ist der Rückschauzeitraum?

Der Rückschauzeitraum legt fest, wie lange ein Kontakt vor der Conversion zurückliegen darf, um noch zu zählen. In GA4 wählen Sie für die Ereignisse first_visit und first_open 7 oder 30 Tage, für alle anderen Schlüsselereignisse 30, 60 oder 90 Tage. Voreingestellt sind 30 und 90 Tage.

In Google Ads heißt die Einstellung Conversion-Zeitraum. Für Klicks lässt er sich je nach Conversion-Quelle auf 1 bis 90 Tage festlegen, voreingestellt sind 30 Tage.

Wo liegen die Grenzen der Attribution?

Attributionsmodelle bewerten nur Kontakte, die ein Tool messen und einer Person zuordnen kann. Diese Lücken sollten Sie bei der Auswertung kennen.

  • Mehrere Geräte. Wechselt ein Interessent vom Smartphone zum Laptop, erkennt GA4 ihn am zuverlässigsten über eine User-ID nach der Anmeldung.
  • Einwilligung. Ohne Zustimmung im Cookie-Banner fehlen Kontakte in der Kette. Der Consent Mode ergänzt einen Teil davon durch Modellierung.
  • Abschlüsse außerhalb der Website. Aufträge per Telefon oder im Außendienst sieht das Tool nicht. Google Ads kann solche Abschlüsse über Offline-Conversion-Importe zuordnen.
  • Lange Entscheidungswege. Liegen zwischen erstem Kontakt und Auftrag mehr als 90 Tage, fallen frühe Kontakte aus dem Rückschauzeitraum.
  • Kontakte ohne Klick. Messegespräche oder Empfehlungen wirken, tauchen aber in keinem Klickpfad auf.

Im Bereich Analytics und Tracking gleichen wir deshalb die Zahlen aus GA4 und Werbekonten mit den Abschlüssen in Ihrem CRM ab.

Was ergänzt die Attribution?

Zwei Methoden messen die Wirkung von Werbung ohne Klickpfade.

  • Inkrementalitätstest. Eine Testgruppe sieht die Werbung, eine Kontrollgruppe nicht. Der Unterschied bei den Conversions zeigt, was die Werbung zusätzlich bewirkt hat. Google Ads bietet dafür die Conversion-Steigerung (Conversion Lift) an.
  • Marketing-Mix-Modell (MMM). Ein statistisches Modell schätzt aus Wochen- oder Monatsdaten, wie das Budget je Kanal mit Umsatz oder Anfragen zusammenhängt. Google stellt mit Meridian ein solches Modell als Open Source bereit.

Verwandte Begriffe

Quellen

Häufige Fragen

Was bedeutet Attribution im Marketing?

Attribution heißt im Marketing, einen Erfolg wie eine Anfrage oder einen Kauf den Werbekontakten zuzuordnen, die ihn ausgelöst haben. Das Attributionsmodell legt die Regel dafür fest. Daraus ergibt sich, wie viele Conversions ein Kanal in den Berichten erhält.

Welches Attributionsmodell ist das beste?

Ein bestes Modell für alle Fälle gibt es nicht. Google hat die datengetriebene Attribution in Google Ads für die meisten Conversion-Aktionen voreingestellt. Der letzte Klick bleibt sinnvoll, wenn Sie Werte mit anderen Tools vergleichen wollen, die ebenfalls so zählen.

Was ist der Unterschied zwischen First Click und Last Click?

Beim First Click erhält der erste Kontakt die ganze Conversion, beim Last Click der letzte. First Click betont Kanäle, die neue Interessenten bringen, Last Click die Kanäle kurz vor dem Abschluss. In GA4 und Google Ads ist heute nur noch der letzte Klick als regelbasiertes Modell verfügbar.

Wie viele Daten braucht die datengetriebene Attribution?

Eine feste Mindestmenge gibt es nicht, laut Google eignen sich alle Conversion-Aktionen. Für bessere Ergebnisse empfiehlt Google mindestens 200 Conversions und 2.000 Anzeigeninteraktionen innerhalb von 30 Tagen. Jedes Modell wird aus den Daten des jeweiligen Kontos berechnet.

Warum zeigen Google Ads und GA4 unterschiedliche Conversions?

Beide Tools nutzen eigene Einstellungen für Attributionsmodell und Zeitraum und zählen teilweise unterschiedliche Kontakte. GA4 bewertet alle Kanäle, Google Ads nur Interaktionen mit Google-Anzeigen. Auch die Einwilligung der Besucher beeinflusst, welche Kontakte in beiden Tools ankommen.

Kann ich das Attributionsmodell in GA4 ändern?

Ja. In der Verwaltung unter den Attributionseinstellungen wählen Sie das Modell für Berichte und den Rückschauzeitraum. Die Änderung betrifft, wie GA4 Conversions in den Berichten auf die Kanäle verteilt.

Was ist ein Inkrementalitätstest?

Ein Inkrementalitätstest vergleicht eine Gruppe, die Werbung sieht, mit einer Kontrollgruppe ohne Werbung. Die Differenz zeigt, wie viele Conversions ohne die Kampagne nicht entstanden wären. In Google Ads heißt die Funktion Conversion-Steigerung (Conversion Lift).

Wird eine Conversion mehrfach gezählt, wenn mehrere Kanäle beteiligt waren?

Innerhalb eines Tools nicht. Das Modell verteilt eine Conversion auf die beteiligten Kanäle, die Summe bleibt eins, und ein Kanal kann Bruchteile wie 0,3 Conversions erhalten. Zählt dagegen jede Werbeplattform in ihrem eigenen Konto, kann dieselbe Anfrage in mehreren Konten auftauchen.

Glossar

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  • Absprungrate (Bounce Rate)

    Die Absprungrate (Bounce Rate) ist der Anteil der Sitzungen, in denen Besucher nicht mit einer Website interagiert haben.

  • Google Analytics 4 (GA4)

    Google Analytics 4 (GA4) ist das Webanalyse-Tool von Google.

  • Google Consent Mode

    Der Google Consent Mode ist eine Schnittstelle, über die Google-Tags die Cookie-Entscheidung der Websitebesucher erhalten und ihr Verhalten daran anpassen, während Google fehlende Messdaten modelliert.

  • Google Tag Manager

    Der Google Tag Manager (GTM) ist ein kostenloses Tag-Management-System von Google.

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    Matomo (bis 2018 Piwik) ist eine quelloffene Webanalyse-Software.

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    Beim Server-Side-Tracking (serverseitiges Tracking) schickt der Browser Messdaten zuerst an einen eigenen Server.

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