Inhalt dieser Seite
- Beispiel aus der Praxis
- Wie funktioniert ein Corporate-Influencer-Programm?
- Wer eignet sich als Corporate Influencer?
- Leitlinien und rechtliche Fragen
- Thought Leader Ads: Beiträge von Mitarbeitenden bewerben
- Wie messen Sie den Erfolg von Corporate Influencern?
- Typische Fehler bei Corporate-Influencer-Programmen
- Häufige Fragen
Beispiel aus der Praxis
Der Vertriebsingenieur eines Pumpenherstellers schreibt einmal pro Woche auf LinkedIn über Fragen, die Kunden ihm stellen, etwa zur Energieeffizienz alter Anlagen. Seine Beiträge erreichen Instandhaltungsleiter, die der Unternehmensseite nie folgen würden. Einige melden sich mit Anfragen, und in Bewerbungsgesprächen erwähnen Kandidaten seine Beiträge.
Wie funktioniert ein Corporate-Influencer-Programm?
Ein Corporate-Influencer-Programm schafft den Rahmen, in dem Mitarbeitende freiwillig und gut vorbereitet über ihre Arbeit sprechen. Typische Elemente:
- Ziele klären: Soll das Programm vor allem Recruiting, Vertrieb, Fachpositionierung oder Markenbekanntheit stärken?
- Teilnehmende gewinnen: freiwillige Auswahl, gemischt aus Führung, Expertinnen und Experten, Vertrieb und Auszubildenden.
- Schulen: Profiloptimierung, Themenfindung, Schreiben, Umgang mit Kommentaren und Kritik.
- Leitlinien festlegen: was geteilt werden darf und was vertraulich bleibt.
- Unterstützen: Themenideen, Bildmaterial, Freigabewege nur wo nötig und feste Zeit im Arbeitsalltag.
- Messen und weiterentwickeln: Ergebnisse regelmäßig besprechen und erfolgreiche Ansätze teilen.
Eine praxisnahe Schulung für Teilnehmende bietet EOM als Corporate Influencer Schulung an.
Wer eignet sich als Corporate Influencer?
Geeignet sind Mitarbeitende, die gern über ihre Arbeit sprechen, etwas zu erzählen haben und bereit sind, regelmäßig Zeit zu investieren. Position und Followerzahl sind zweitrangig.
- Geschäftsführung: Einblicke in Entscheidungen, Werte und Entwicklung des Unternehmens
- Fachexperten: Wissen aus Entwicklung, Produktion, Service oder Beratung
- Vertrieb: Antworten auf Kundenfragen und Beispiele aus Projekten
- Auszubildende und Berufseinsteiger: authentische Einblicke für junge Bewerber
- Personalabteilung: Informationen zu Bewerbungsprozess und Arbeitsbedingungen
Die Teilnahme muss freiwillig sein. Wer zum Posten verpflichtet wird, schreibt selten überzeugend.
Leitlinien und rechtliche Fragen
Klare Social-Media-Leitlinien geben Sicherheit, ohne Beiträge vorzuschreiben. Sie sollten unter anderem regeln:
- welche Informationen vertraulich sind, etwa Kundennamen, Preise, Projekte oder interne Zahlen
- wie mit Fotos von Kolleginnen, Kollegen, Kunden und Betriebsgelände umzugehen ist
- wie auf kritische Kommentare reagiert wird und wer bei Problemen hilft
- dass die Zugehörigkeit zum Unternehmen im Profil offen erkennbar ist
- wie mit Arbeitszeit und Zeitaufwand umgegangen wird
Rechtliche Fragen betreffen etwa Persönlichkeits- und Bildrechte, Datenschutz, die Kennzeichnung werblicher Inhalte und bei Unternehmen mit Betriebsrat dessen Beteiligung. Klären Sie diese Punkte vor dem Start mit einer Rechtsberatung und gegebenenfalls Ihrer oder Ihrem Datenschutzbeauftragten.
Thought Leader Ads: Beiträge von Mitarbeitenden bewerben
Mit Thought Leader Ads können Unternehmen auf LinkedIn Beiträge einzelner Personen als Anzeige bewerben. Laut LinkedIn lassen sich so Beiträge von Mitarbeitenden, Branchenexperten, Kunden oder Creatorn gezielt einer Zielgruppe zeigen. Die Person, deren Beitrag beworben wird, muss der Bewerbung zustimmen.
Das verbindet die Glaubwürdigkeit persönlicher Beiträge mit den Zielgruppenoptionen von LinkedIn Ads, etwa nach Branche, Position oder Unternehmensgröße. Geeignet sind vor allem Beiträge, die organisch bereits gut funktioniert haben.
Wie messen Sie den Erfolg von Corporate Influencern?
Der Erfolg richtet sich nach dem vorher festgelegten Ziel des Programms:
- Reichweite und Interaktion: Impressionen, Reaktionen, Kommentare, vor allem aus der Zielgruppe
- Netzwerkwachstum: neue Kontakte und Follower, etwa aus Zielbranchen
- Vertrieb: Gesprächsanlässe, Anfragen und Termine, die auf Beiträge zurückgehen
- Recruiting: Bewerbungen und Empfehlungen, bei denen Kandidaten Beiträge erwähnen
- Marke: Zugriffe auf Karriere- und Unternehmensseite, Nennungen in Gesprächen
Häufig zitierte Statistiken zur Reichweite von Mitarbeiterbeiträgen im Vergleich zu Unternehmensseiten stammen meist von Anbietern und sind schwer überprüfbar. Verlässlicher ist der Vergleich mit den eigenen Unternehmenskanälen. Ein starkes Programm unterstützt zugleich das Employer Branding.
Typische Fehler bei Corporate-Influencer-Programmen
- Vorgeschriebene Texte: Identische Beiträge vieler Mitarbeitender wirken wie Werbung und verlieren Glaubwürdigkeit.
- Keine Zeit im Arbeitsalltag: Das Programm wird als Zusatzaufgabe betrachtet und schläft nach wenigen Wochen ein.
- Nur Unternehmensnachrichten: Beiträge über Messen und Auszeichnungen interessieren wenige, persönliche Erfahrungen und Fachwissen mehr.
- Zu lange Freigabeprozesse: Aktuelle Themen sind veraltet, bis ein Beitrag freigegeben ist.
- Kein Rückhalt der Führung: Wenn Vorgesetzte Social-Media-Aktivität als Zeitverschwendung sehen, zieht sich das Team zurück.










