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Corporate Influencer

Corporate Influencer sind Mitarbeitende, die in sozialen Netzwerken wie LinkedIn freiwillig und mit eigener Stimme über ihre Arbeit, ihr Fachgebiet und ihr Unternehmen sprechen. Sie stärken so Bekanntheit, Vertrauen, Vertrieb und Recruiting ihres Arbeitgebers.

Inhalt dieser Seite
  1. Beispiel aus der Praxis
  2. Wie funktioniert ein Corporate-Influencer-Programm?
  3. Wer eignet sich als Corporate Influencer?
  4. Leitlinien und rechtliche Fragen
  5. Thought Leader Ads: Beiträge von Mitarbeitenden bewerben
  6. Wie messen Sie den Erfolg von Corporate Influencern?
  7. Typische Fehler bei Corporate-Influencer-Programmen
  8. Häufige Fragen

Beispiel aus der Praxis

Der Vertriebsingenieur eines Pumpenherstellers schreibt einmal pro Woche auf LinkedIn über Fragen, die Kunden ihm stellen, etwa zur Energieeffizienz alter Anlagen. Seine Beiträge erreichen Instandhaltungsleiter, die der Unternehmensseite nie folgen würden. Einige melden sich mit Anfragen, und in Bewerbungsgesprächen erwähnen Kandidaten seine Beiträge.

Wie funktioniert ein Corporate-Influencer-Programm?

Ein Corporate-Influencer-Programm schafft den Rahmen, in dem Mitarbeitende freiwillig und gut vorbereitet über ihre Arbeit sprechen. Typische Elemente:

  1. Ziele klären: Soll das Programm vor allem Recruiting, Vertrieb, Fachpositionierung oder Markenbekanntheit stärken?
  2. Teilnehmende gewinnen: freiwillige Auswahl, gemischt aus Führung, Expertinnen und Experten, Vertrieb und Auszubildenden.
  3. Schulen: Profiloptimierung, Themenfindung, Schreiben, Umgang mit Kommentaren und Kritik.
  4. Leitlinien festlegen: was geteilt werden darf und was vertraulich bleibt.
  5. Unterstützen: Themenideen, Bildmaterial, Freigabewege nur wo nötig und feste Zeit im Arbeitsalltag.
  6. Messen und weiterentwickeln: Ergebnisse regelmäßig besprechen und erfolgreiche Ansätze teilen.

Eine praxisnahe Schulung für Teilnehmende bietet EOM als Corporate Influencer Schulung an.

Wer eignet sich als Corporate Influencer?

Geeignet sind Mitarbeitende, die gern über ihre Arbeit sprechen, etwas zu erzählen haben und bereit sind, regelmäßig Zeit zu investieren. Position und Followerzahl sind zweitrangig.

  • Geschäftsführung: Einblicke in Entscheidungen, Werte und Entwicklung des Unternehmens
  • Fachexperten: Wissen aus Entwicklung, Produktion, Service oder Beratung
  • Vertrieb: Antworten auf Kundenfragen und Beispiele aus Projekten
  • Auszubildende und Berufseinsteiger: authentische Einblicke für junge Bewerber
  • Personalabteilung: Informationen zu Bewerbungsprozess und Arbeitsbedingungen

Die Teilnahme muss freiwillig sein. Wer zum Posten verpflichtet wird, schreibt selten überzeugend.

Leitlinien und rechtliche Fragen

Klare Social-Media-Leitlinien geben Sicherheit, ohne Beiträge vorzuschreiben. Sie sollten unter anderem regeln:

  • welche Informationen vertraulich sind, etwa Kundennamen, Preise, Projekte oder interne Zahlen
  • wie mit Fotos von Kolleginnen, Kollegen, Kunden und Betriebsgelände umzugehen ist
  • wie auf kritische Kommentare reagiert wird und wer bei Problemen hilft
  • dass die Zugehörigkeit zum Unternehmen im Profil offen erkennbar ist
  • wie mit Arbeitszeit und Zeitaufwand umgegangen wird

Rechtliche Fragen betreffen etwa Persönlichkeits- und Bildrechte, Datenschutz, die Kennzeichnung werblicher Inhalte und bei Unternehmen mit Betriebsrat dessen Beteiligung. Klären Sie diese Punkte vor dem Start mit einer Rechtsberatung und gegebenenfalls Ihrer oder Ihrem Datenschutzbeauftragten.

Thought Leader Ads: Beiträge von Mitarbeitenden bewerben

Mit Thought Leader Ads können Unternehmen auf LinkedIn Beiträge einzelner Personen als Anzeige bewerben. Laut LinkedIn lassen sich so Beiträge von Mitarbeitenden, Branchenexperten, Kunden oder Creatorn gezielt einer Zielgruppe zeigen. Die Person, deren Beitrag beworben wird, muss der Bewerbung zustimmen.

Das verbindet die Glaubwürdigkeit persönlicher Beiträge mit den Zielgruppenoptionen von LinkedIn Ads, etwa nach Branche, Position oder Unternehmensgröße. Geeignet sind vor allem Beiträge, die organisch bereits gut funktioniert haben.

Wie messen Sie den Erfolg von Corporate Influencern?

Der Erfolg richtet sich nach dem vorher festgelegten Ziel des Programms:

  • Reichweite und Interaktion: Impressionen, Reaktionen, Kommentare, vor allem aus der Zielgruppe
  • Netzwerkwachstum: neue Kontakte und Follower, etwa aus Zielbranchen
  • Vertrieb: Gesprächsanlässe, Anfragen und Termine, die auf Beiträge zurückgehen
  • Recruiting: Bewerbungen und Empfehlungen, bei denen Kandidaten Beiträge erwähnen
  • Marke: Zugriffe auf Karriere- und Unternehmensseite, Nennungen in Gesprächen

Häufig zitierte Statistiken zur Reichweite von Mitarbeiterbeiträgen im Vergleich zu Unternehmensseiten stammen meist von Anbietern und sind schwer überprüfbar. Verlässlicher ist der Vergleich mit den eigenen Unternehmenskanälen. Ein starkes Programm unterstützt zugleich das Employer Branding.

Typische Fehler bei Corporate-Influencer-Programmen

  • Vorgeschriebene Texte: Identische Beiträge vieler Mitarbeitender wirken wie Werbung und verlieren Glaubwürdigkeit.
  • Keine Zeit im Arbeitsalltag: Das Programm wird als Zusatzaufgabe betrachtet und schläft nach wenigen Wochen ein.
  • Nur Unternehmensnachrichten: Beiträge über Messen und Auszeichnungen interessieren wenige, persönliche Erfahrungen und Fachwissen mehr.
  • Zu lange Freigabeprozesse: Aktuelle Themen sind veraltet, bis ein Beitrag freigegeben ist.
  • Kein Rückhalt der Führung: Wenn Vorgesetzte Social-Media-Aktivität als Zeitverschwendung sehen, zieht sich das Team zurück.

Verwandte Begriffe

Quellen

Häufige Fragen

Was ist ein Corporate-Influencer-Programm?

Ein Corporate-Influencer-Programm ist ein strukturiertes Vorgehen, um Mitarbeitende zu befähigen, als Markenbotschafter in sozialen Netzwerken aufzutreten. Es umfasst Auswahl, Schulung, Leitlinien, Themenplanung, Zeitbudget und Erfolgsmessung. Die Teilnahme ist freiwillig.

Welche Beispiele gibt es für Corporate Influencer?

Eine Geschäftsführerin, die auf LinkedIn Einblicke in Entscheidungen gibt, ein Ingenieur, der Projekte erklärt, oder Auszubildende, die ihren Alltag auf Instagram oder TikTok zeigen. Bekannte Programme gibt es bei großen Konzernen, aber auch viele Mittelständler setzen einzelne Corporate Influencer ein. Entscheidend ist ein persönlicher, glaubwürdiger Blick.

Was ist der Unterschied zwischen Corporate Influencern und klassischen Influencern?

Klassische Influencer sind unabhängige Creator, die von Unternehmen für Kooperationen bezahlt werden. Corporate Influencer sind eigene Mitarbeitende, die aus ihrer Arbeit heraus berichten. Ihre Glaubwürdigkeit beruht auf Fachwissen und Nähe zum Unternehmen, nicht auf großer Reichweite.

Müssen Corporate Influencer bezahlt werden?

Eine zusätzliche Bezahlung ist nicht üblich. Corporate Influencer brauchen aber Zeit im Arbeitsalltag, Schulung und Unterstützung, etwa bei Themen und Bildmaterial. Die Teilnahme sollte freiwillig sein, Anerkennung durch die Führung ist oft wichtiger als eine Prämie.

Welche Plattform eignet sich für Corporate Influencer?

Im B2B ist LinkedIn die wichtigste Plattform, weil dort Entscheider, Expertinnen und Experten und Bewerber aktiv sind. Für Ausbildungsberufe und junge Zielgruppen eignen sich Instagram und TikTok. Die Wahl sollte sich nach der Zielgruppe und den Stärken der teilnehmenden Personen richten.

Wie viel Zeit brauchen Corporate Influencer?

Das hängt von Frequenz und Format ab. Für einen fundierten Beitrag pro Woche plus Kommentare und Vernetzung sollte ein fester Zeitblock eingeplant werden. Wichtig ist, dass diese Zeit offiziell als Arbeitszeit anerkannt ist.

Was dürfen Corporate Influencer nicht posten?

Vertrauliche Informationen wie Kundennamen ohne Zustimmung, Preise, interne Zahlen oder nicht veröffentlichte Projekte. Fotos von Personen brauchen deren Einverständnis. Die konkreten Grenzen sollten in Social-Media-Leitlinien festgehalten und rechtlich geprüft sein.

Was passiert, wenn ein Corporate Influencer das Unternehmen verlässt?

Das Profil und die Reichweite gehören der Person, nicht dem Unternehmen. Deshalb sollte ein Programm auf mehrere Schultern verteilt sein. Ein fairer Abschied und gute Beziehungen zahlen sich aus, weil ehemalige Mitarbeitende oft weiterhin positiv über den früheren Arbeitgeber sprechen.

Gibt es Statistiken zur Wirkung von Corporate Influencern?

Es kursieren viele Zahlen zur Reichweite von Mitarbeiterbeiträgen, meist aus Studien von Softwareanbietern. Belastbare, unabhängige und auf den deutschen Mittelstand übertragbare Werte gibt es kaum. Aussagekräftiger ist die Messung im eigenen Programm.

Glossar

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  • Active Sourcing

    Active Sourcing ist die gezielte Suche und direkte Ansprache geeigneter Kandidaten durch ein Unternehmen, meist über berufliche Netzwerke wie LinkedIn oder XING.

  • Employer Branding

    Employer Branding ist der gezielte Aufbau und die Pflege einer Arbeitgebermarke.

  • Employer Value Proposition (EVP)

    Die Employer Value Proposition (EVP), auf Deutsch Arbeitgeberversprechen, ist das Versprechen eines Arbeitgebers an seine Beschäftigten und an Bewerber.

  • Google for Jobs

    Google for Jobs ist die in die Google-Suche integrierte Jobsuche, die Stellenanzeigen von Karriereseiten und Jobbörsen gebündelt in einem eigenen Bereich mit Filtern zeigt.

  • Performance Recruiting

    Performance Recruiting ist die Gewinnung von Bewerbern mit Methoden des Performance-Marketings: Offene Stellen werden mit bezahlten Anzeigen in sozialen Netzwerken, Suchmaschinen und auf Jobplattformen gezielt beworben und anhand messbarer Ergebnisse laufend optimiert.

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