Zum Inhalt springen

Leadgenerierung

Leadgenerierung umfasst alle Maßnahmen, mit denen ein Unternehmen Kontaktdaten interessierter Personen oder Firmen gewinnt, die zu Kunden werden können. Ein Lead ist ein Kontakt, der Interesse gezeigt und seine Daten freiwillig hinterlassen hat, etwa über ein Formular, eine Anfrage oder einen Download.

Inhalt dieser Seite
  1. Beispiel aus der Praxis
  2. Wie funktioniert Leadgenerierung?
  3. Welche Kanäle eignen sich für B2B-Leadgenerierung?
  4. MQL und SQL: Wann ist ein Lead ein guter Lead?
  5. Kennzahlen: Wie messen Sie den Erfolg der Leadgenerierung?
  6. Typische Fehler bei der Leadgenerierung
  7. Was ist bei Leadgenerierung rechtlich zu beachten?
  8. Häufige Fragen

Beispiel aus der Praxis

Ein Hersteller von Hydraulikpressen bietet auf seiner Website eine Checkliste zu Wartungsintervallen zum Download an. Wer sie herunterlädt, gibt Name, Firma und E-Mail-Adresse an. Der Vertrieb sieht, welche Kontakte zur Zielgruppe passen, und meldet sich bei den aussichtsreichen mit einem Beratungsangebot.

Wie funktioniert Leadgenerierung?

Leadgenerierung verbindet Reichweite bei der richtigen Zielgruppe mit einem Angebot, für das Interessenten ihre Kontaktdaten gern angeben, und einem einfachen Weg zur Kontaktaufnahme. Danach folgen Qualifizierung und Übergabe an den Vertrieb.

  1. Reichweite: Menschen mit Bedarf erreichen, etwa über SEO, Suchanzeigen, LinkedIn, Fachportale oder Veranstaltungen.
  2. Angebot (Lead-Magnet): ein Gegenwert wie Beratungsgespräch, Demo, Angebot, Checkliste, Whitepaper, Webinar oder Rechner.
  3. Conversion-Punkt: eine Landingpage oder ein Formular, das nur die nötigsten Angaben abfragt.
  4. Qualifizierung: prüfen, ob der Kontakt zur Zielgruppe passt und einen erkennbaren Bedarf hat.
  5. Übergabe oder Weiterbetreuung: kaufbereite Kontakte gehen an den Vertrieb, alle anderen werden weiter betreut.

Welche Kanäle eignen sich für B2B-Leadgenerierung?

Welche Kanäle Leads bringen, hängt davon ab, ob Ihre Zielgruppe bereits aktiv nach einer Lösung sucht oder erst auf das Thema aufmerksam gemacht werden muss.

  • Suchmaschinen (SEO und Google Ads): für Menschen mit konkretem Bedarf, die nach Produkt, Leistung oder Problem suchen.
  • LinkedIn: für die gezielte Ansprache von Entscheidern nach Branche, Position und Unternehmensgröße, organisch oder mit Anzeigen.
  • Fachinhalte und Webinare: für Vertrauensaufbau bei erklärungsbedürftigen Produkten mit langen Entscheidungswegen.
  • KI-Assistenten und KI-Suche: Wer in Antworten von ChatGPT oder Google-KI-Übersichten als Anbieter genannt wird, kommt in die engere Auswahl, bevor ein Interessent die Website überhaupt besucht.
  • E-Mail und Newsletter: weniger zur Gewinnung neuer Kontakte als zur weiteren Betreuung bestehender.
  • Messen und Veranstaltungen: weiterhin wichtig im Mittelstand, am wirksamsten in Kombination mit digitaler Nachbereitung.

Einen Überblick über Vorgehen und Kanalauswahl finden Sie bei unserer Leistung Leadgenerierung.

MQL und SQL: Wann ist ein Lead ein guter Lead?

Ein guter Lead passt zur Zielgruppe, hat einen erkennbaren Bedarf und ist bereit für ein Vertriebsgespräch. Viele Unternehmen unterscheiden deshalb zwei Stufen:

  • Marketing Qualified Lead (MQL): ein Kontakt, der nach den Kriterien des Marketings interessant ist, etwa wegen Branche, Unternehmensgröße und Verhalten auf der Website.
  • Sales Qualified Lead (SQL): ein Kontakt, den der Vertrieb geprüft hat und aktiv bearbeitet, weil konkreter Bedarf, Budget und Zeitrahmen erkennbar sind.

Die Kriterien für beide Stufen sollten Marketing und Vertrieb gemeinsam schriftlich festlegen, ebenso Reaktionszeiten und die Rückmeldung, welche Leads zu Aufträgen wurden. Ohne diese Abstimmung optimiert das Marketing auf viele günstige Kontakte, während der Vertrieb über schlechte Qualität klagt.

Kennzahlen: Wie messen Sie den Erfolg der Leadgenerierung?

Aussagekräftig sind Kennzahlen, die bis zum Auftrag reichen, nicht nur bis zum Formular.

  • Anzahl Leads und Conversion Rate je Kanal und Angebot
  • Kosten pro Lead (Cost per Lead, CPL)
  • Anteil qualifizierter Leads (MQL- und SQL-Quote)
  • Kosten pro Verkaufschance und Kosten pro Auftrag
  • Umsatz und Deckungsbeitrag aus Leads je Kanal
  • Zeit bis zur ersten Reaktion des Vertriebs

Allgemeingültige Richtwerte für Kosten pro Lead gibt es nicht, weil sie stark von Branche, Auftragswert und Qualitätsanspruch abhängen. Entscheidend ist, ob sich die Kosten pro Auftrag im Verhältnis zum Kundenwert rechnen. Dafür müssen Webanalyse und CRM-System verbunden sein.

Typische Fehler bei der Leadgenerierung

  • Optimierung auf den billigsten Lead: Kampagnen liefern viele Kontakte, die nie kaufen, weil nur die Formularabschlüsse gemessen werden.
  • Zu lange Formulare: Jede zusätzliche Pflichtangabe kostet Anfragen. Fragen Sie nur ab, was für den nächsten Schritt nötig ist.
  • Zu langsame Reaktion: Wer erst nach Tagen zurückruft, trifft oft auf Interessenten, die bereits mit Wettbewerbern sprechen.
  • Keine Rückmeldung aus dem Vertrieb: Ohne Information, welche Leads zu Aufträgen wurden, lassen sich Kanäle nicht sinnvoll steuern.
  • Kein Plan für nicht kaufbereite Kontakte: Leads, die noch nicht so weit sind, werden verworfen statt weiter betreut.
  • Gekaufte Adresslisten: rechtlich riskant und meist mit geringer Qualität.

Was ist bei Leadgenerierung rechtlich zu beachten?

Wer Kontaktdaten erhebt, verarbeitet personenbezogene Daten und muss die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) einhalten: Zweck klar benennen, nur nötige Daten erheben und in der Datenschutzerklärung informieren. Für Werbung per E-Mail verlangt § 7 Absatz 2 Nummer 2 des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) eine vorherige ausdrückliche Einwilligung. Wer einen Download anbietet, sollte die Einwilligung in den Newsletter deshalb getrennt und freiwillig einholen und den Nachweis sichern, in der Praxis meist per Double-Opt-in. Die Ausgestaltung im Einzelfall sollten Sie mit Ihrer oder Ihrem Datenschutzbeauftragten oder einer Rechtsberatung klären.

Verwandte Begriffe

Quellen

Häufige Fragen

Was ist ein Lead?

Ein Lead ist ein Kontakt, der Interesse an einem Angebot gezeigt und seine Kontaktdaten freiwillig hinterlassen hat, etwa über ein Kontaktformular, eine Demo-Anfrage, einen Download oder eine Webinar-Anmeldung. Im B2B ist ein Lead meist eine Person in einem Unternehmen, das als Kunde infrage kommt. Ob aus dem Lead ein Auftrag wird, zeigt erst die Qualifizierung.

Wie funktioniert Leadgenerierung?

Über drei Elemente: Reichweite bei der richtigen Zielgruppe, ein nützliches Angebot wie Beratung, Analyse oder Fachinhalt und eine Seite oder ein Formular, das den Kontakt einfach macht. Danach wird geprüft, ob der Kontakt passt, und er geht entweder an den Vertrieb oder wird weiter betreut.

Welche Beispiele gibt es für Leadgenerierung?

Typische Beispiele sind ein Whitepaper oder eine Checkliste zum Download, eine Webinar-Anmeldung, ein Rechner für Kosten oder Einsparungen, eine kostenlose Erstanalyse, eine Demo-Anfrage oder ein Rückrufformular. Im Handwerk ist es oft die Anfrage über das Google Unternehmensprofil, im E-Commerce die Newsletter-Anmeldung.

Welche Kanäle eignen sich für B2B-Leadgenerierung?

Suchmaschinen über SEO und Google Ads eignen sich für Menschen mit konkretem Bedarf, LinkedIn für die gezielte Ansprache von Entscheidern. Fachinhalte und Webinare bauen Vertrauen bei erklärungsbedürftigen Produkten auf, E-Mail dient der weiteren Betreuung. Welche Mischung passt, hängt von Zielgruppe, Produkt und Vertriebszyklus ab.

Was ist ein qualifizierter Lead?

Ein qualifizierter Lead passt zu Ihrer Zielgruppe, hat einen erkennbaren Bedarf und ist kaufbereit genug für ein Vertriebsgespräch. Häufig wird zwischen Marketing Qualified Lead (MQL, vom Marketing als passend bewertet) und Sales Qualified Lead (SQL, vom Vertrieb bestätigt) unterschieden. Die Kriterien sollten Marketing und Vertrieb gemeinsam festlegen.

Wie kann ich kostenlos Leads generieren?

Ohne Mediabudget funktionieren vor allem Suchmaschinenoptimierung, ein gepflegtes Google Unternehmensprofil, Fachbeiträge auf der eigenen Website, persönliche LinkedIn-Profile, Empfehlungen und Kooperationen. Kostenlos ist das nur beim Werbebudget: Diese Wege kosten Arbeitszeit und wirken meist langsamer als bezahlte Anzeigen.

Was sind Lead-Generatoren?

Als Lead-Generatoren werden sowohl Maßnahmen bezeichnet, die Kontakte erzeugen, etwa ein Rechner oder ein Whitepaper, als auch Dienstleister, die Anfragen sammeln und an Unternehmen verkaufen. Gekaufte Leads sind oft nicht exklusiv und von schwankender Qualität. Prüfen Sie vor dem Kauf, wie die Kontakte gewonnen wurden und ob eine wirksame Einwilligung vorliegt.

Wie schnell sollte der Vertrieb auf einen Lead reagieren?

So schnell wie möglich, bei Anfragen mit konkretem Bedarf idealerweise noch am selben Werktag. Interessenten fragen häufig mehrere Anbieter parallel an, und das Interesse ist unmittelbar nach der Anfrage am höchsten. Legen Sie Reaktionszeiten verbindlich fest und messen Sie sie.

Glossar

Mehr aus Conversion und Leads.

Alle 75 Begriffe
  • A/B-Test

    Ein A/B-Test ist ein Experiment, bei dem Besucher zufällig auf zwei Varianten einer Webseite, Anzeige oder E-Mail verteilt werden.

  • Call to Action (CTA)

    Ein Call to Action (CTA) ist eine Handlungsaufforderung, die Leser einer Website oder Anzeige zum nächsten Schritt einlädt, etwa zu einer Anfrage oder einem Download.

  • Content Marketing

    Content Marketing ist eine Marketingmethode, bei der ein Unternehmen Kunden mit nützlichen Inhalten gewinnt und bindet, etwa mit Fachartikeln, Leitfäden, Videos oder Studien, statt mit reiner Werbung.

  • Conversion Rate und Conversion-Optimierung (CRO)

    Die Conversion Rate (Konversionsrate) gibt an, wie viel Prozent der Besucher oder Klicks zu einer gewünschten Handlung führen, etwa einer Anfrage oder einem Kauf.

  • Customer Journey

    Die Customer Journey (deutsch: Kundenreise) beschreibt alle Phasen und Berührungspunkte (Touchpoints), die ein Kunde vom ersten Bedarf über die Kaufentscheidung bis zur Bindung an ein Unternehmen durchläuft.

  • Heatmap

    Eine Heatmap ist eine farbige Darstellung, die aus den zusammengefassten Daten vieler Besuche zeigt, wo Besucher auf einer Webseite klicken und wie weit sie scrollen.

Gespräch anfragen