Inhalt dieser Seite
- Beispiel aus der Praxis
- Was ist eine Employer Value Proposition?
- Wo wird die Arbeitgebermarke sichtbar?
- Wie hängen Employer Branding und Performance Recruiting zusammen?
- Welche Schritte gehören zum Employer Branding?
- Kennzahlen: Wie messen Sie Employer Branding?
- Typische Fehler im Employer Branding
- Häufige Fragen
Beispiel aus der Praxis
Ein Familienunternehmen aus dem Maschinenbau mit 180 Beschäftigten im ländlichen Niedersachsen konkurriert mit Konzernen um Ingenieure. Beim Gehalt kann es nicht immer mithalten. Es bietet aber kurze Entscheidungswege, frühe Projektverantwortung und Arbeitsplätze nahe am Wohnort.
Diese Punkte werden zur Botschaft auf der Karriereseite, in Stellenanzeigen und in den sozialen Medien, erzählt von Mitarbeitenden, die dort arbeiten.
Was ist eine Employer Value Proposition?
Die Employer Value Proposition (EVP), deutsch Arbeitgeberversprechen, ist der Kern jeder Arbeitgebermarke. Sie beantwortet in wenigen Sätzen, was ein Unternehmen seinen Mitarbeitenden bietet, was es von anderen Arbeitgebern unterscheidet und für wen es passt.
Eine glaubwürdige EVP entsteht aus der Realität, nicht aus Wunschbildern. Bewährte Quellen sind:
- Interviews und Workshops mit Mitarbeitenden aus verschiedenen Bereichen
- Mitarbeiterbefragungen und Austrittsgespräche
- Bewertungen auf Arbeitgeberportalen wie kununu
- Gründe, aus denen Bewerber Angebote angenommen oder abgelehnt haben
- ein Vergleich mit den Botschaften der wichtigsten Wettbewerber um Fachkräfte
Wo wird die Arbeitgebermarke sichtbar?
Die Arbeitgebermarke zeigt sich an jedem Punkt, an dem potenzielle Bewerber mit dem Unternehmen in Berührung kommen:
- Karriereseite: echte Einblicke, konkrete Angaben zu Arbeitszeit, Entwicklung und möglichst Gehalt. Die EU-Entgelttransparenzrichtlinie (Richtlinie (EU) 2023/970) verlangt ohnehin, Bewerbern das Einstiegsentgelt oder eine Spanne mitzuteilen, sobald sie in deutsches Recht umgesetzt ist.
- Stellenanzeigen: auf der eigenen Website, in Jobbörsen und in Google for Jobs
- Bewertungsportale: kununu, Google-Bewertungen und ähnliche Plattformen
- Social Media: Unternehmenskanäle und Mitarbeitende, die als Corporate Influencer auftreten
- Bewerbungsprozess: Geschwindigkeit, Erreichbarkeit und Umgangston (Candidate Experience)
- Arbeitsalltag: was Mitarbeitende Freunden und Familie erzählen
Wie hängen Employer Branding und Performance Recruiting zusammen?
Employer Branding liefert die Botschaft, Performance Recruiting die Reichweite. Recruiting-Kampagnen wirken nur so gut wie die Marke dahinter: Eine Anzeige mit austauschbaren Aussagen wie „dynamisches Team“ erzeugt wenig Reaktion, eine konkrete, glaubwürdige Botschaft spricht die Zielgruppe gezielter an. Umgekehrt bleibt eine starke Arbeitgebermarke wirkungslos, wenn sie die Zielgruppe nicht erreicht.
In der Praxis entwickelt man zuerst die Kernbotschaften und testet sie dann in Kampagnen. Die Ergebnisse zeigen, welche Argumente bei welcher Zielgruppe ankommen. Wie EOM beides verbindet, beschreibt unsere Leistung Employer Branding.
Welche Schritte gehören zum Employer Branding?
- Ausgangslage analysieren: Wie wird das Unternehmen als Arbeitgeber heute wahrgenommen, intern und extern?
- Zielgruppen festlegen: Welche Berufsgruppen sind besonders schwer zu gewinnen, etwa Auszubildende, Fachkräfte in der Produktion oder IT-Spezialisten?
- EVP entwickeln: Kernbotschaften je Zielgruppe, belegt durch konkrete Beispiele.
- Inhalte erstellen: Fotos, Videos und Texte mit echten Mitarbeitenden.
- Touchpoints anpassen: Karriereseite, Stellenanzeigen, Bewerbungsprozess und Social Media.
- Nach innen wirken: Führungskräfte und Belegschaft einbeziehen, denn Versprechen, die im Alltag nicht eingelöst werden, schaden mehr als sie nützen.
- Messen und nachschärfen.
Kennzahlen: Wie messen Sie Employer Branding?
- Anzahl und Qualität der Bewerbungen je Stelle und Kanal
- Kosten pro Einstellung (Cost per Hire)
- Zeit bis zur Besetzung (Time to Hire)
- Annahmequote von Vertragsangeboten
- Bewertungen auf Arbeitgeberportalen und deren Entwicklung
- Frühfluktuation, also Kündigungen in den ersten Monaten
- Initiativbewerbungen und Empfehlungen durch Mitarbeitende
Employer Branding wirkt langfristig. Einzelne Kennzahlen schwanken mit dem Arbeitsmarkt, aussagekräftig ist die Entwicklung über mehrere Jahre.
Typische Fehler im Employer Branding
- Austauschbare Aussagen: „Flache Hierarchien“, „junges Team“ und „attraktive Vergütung“ nutzen fast alle Arbeitgeber.
- Stockfotos statt echter Menschen: Bewerber erkennen gestellte Bilder und verlieren Vertrauen.
- Versprechen ohne Einlösung: Wenn der Alltag nicht zur Botschaft passt, zeigen es spätestens Bewertungsportale und Frühkündigungen.
- Bewertungen ignorieren: Unbeantwortete Kritik auf Arbeitgeberportalen wirkt gleichgültig.
- Nur eine Kampagne: Employer Branding wird als einmaliges Projekt statt als dauerhafte Aufgabe verstanden.










