Zum Inhalt springen

User Generated Content (UGC)

User Generated Content (UGC) sind Inhalte, die Kunden oder andere Nutzer selbst erstellen und veröffentlichen, etwa Bewertungen oder Fotos von Produkten. Unternehmen zeigen solche Inhalte auf ihrer Website oder in Anzeigen, wenn die Urheber zustimmen.

Inhalt dieser Seite
  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Beispiel aus der Praxis
  3. Welche Formen von User Generated Content gibt es?
  4. Was ist der Unterschied zwischen UGC und bezahltem Creator-Content?
  5. Wo setzen Unternehmen User Generated Content ein?
  6. Wie holt man Nutzungsrechte für User Generated Content ein?
  7. Wie nutzen Suchmaschinen und KI-Systeme User Generated Content?
  8. Wie moderiert man User Generated Content?
  9. Typische Fehler bei User Generated Content
  10. Häufige Fragen

Das Wichtigste in Kürze

  • Typische Formen sind Bewertungen sowie Fotos und Videos von Kunden. Dazu kommen Beiträge in Foren und sozialen Netzwerken, die ein Produkt oder Unternehmen erwähnen.
  • Videos, die Creator gegen Bezahlung im Stil von Kundenbeiträgen produzieren, heißen in der Branche ebenfalls UGC. Sie sind Werbung, und nach § 5a Absatz 4 UWG muss ihr kommerzieller Zweck erkennbar sein.
  • Bevor Sie Kundenfotos oder Beiträge selbst nutzen, holen Sie die Zustimmung der Urheber ein. Sind Personen zu sehen, verlangt § 22 KunstUrhG auch deren Einwilligung.
  • Werbeplattformen bieten eigene Formate für Beiträge anderer, etwa Spark Ads auf TikTok oder Thought Leader Ads auf LinkedIn. Der Autor des Beitrags muss jeweils zustimmen.
  • Beiträge aus Foren können auch in Suchmaschinen und KI-Modelle einfließen. Google hat 2024 mit Reddit vereinbart, dessen Inhalte über eine Datenschnittstelle zu beziehen.

Beispiel aus der Praxis

Ein Onlinehändler für Arbeitskleidung legt jeder Lieferung eine Karte bei, die zur Bewertung mit Foto einlädt. Nach einigen Monaten zeigen viele Produktseiten Bilder von Handwerkern, die Jacken und Hosen auf der Baustelle tragen.

Für eine Kampagne auf Instagram möchte das Marketingteam drei dieser Fotos als Anzeigenmotiv verwenden. Vorher fragt es die Käufer schriftlich, ob es die Bilder dafür nutzen darf, und nennt Kanal und Dauer der Nutzung. Ein Foto zeigt auch einen Kollegen des Käufers, deshalb holt das Team dessen Einwilligung ebenfalls ein.

Welche Formen von User Generated Content gibt es?

UGC umfasst alle Inhalte, die Kunden und andere Nutzer aus eigenem Antrieb erstellen.

Formen von User Generated Content
Form Beispiel Typischer Einsatz
Bewertungen Sterne und Texte im Shop oder im Google Unternehmensprofil Produktseiten, Startseite
Fotos und Videos von Kunden Produkt im Einsatz, Video vom Auspacken Produktseiten, Social Ads
Beiträge in sozialen Netzwerken Post, der das Unternehmen markiert Anzeigen mit Zustimmung des Autors
Beiträge in Foren Erfahrungsberichte auf Reddit oder in Fachforen Themen für FAQ und Produktentwicklung

Was ist der Unterschied zwischen UGC und bezahltem Creator-Content?

Echter UGC entsteht ohne Auftrag, bezahlter Creator-Content wird gegen Honorar produziert. In der Branche heißen beide oft UGC, weil Creator-Videos bewusst wie Kundenbeiträge aussehen, etwa ein Produkttest vor der Handykamera.

UGC und Creator-Content im Vergleich
Merkmal Echter UGC Bezahlter Creator-Content
Wer erstellt Kunden und Nutzer aus eigenem Antrieb Creator im Auftrag des Unternehmens
Gegenleistung keine Honorar oder Produkt
Nutzungsrechte holt das Unternehmen nachträglich ein regelt der Vertrag mit dem Creator

Nach § 5a Absatz 4 UWG handelt unlauter, wer den kommerziellen Zweck einer geschäftlichen Handlung nicht kenntlich macht, sofern er sich nicht aus den Umständen ergibt. Wie Sie Beiträge und Anzeigen mit Creator-Inhalten kennzeichnen, klären Sie mit Ihrer Rechtsberatung.

Wo setzen Unternehmen User Generated Content ein?

Unternehmen setzen UGC vor allem dort ein, wo Interessenten sich entscheiden. Für andere Käufer wirkt UGC als Social Proof. Der Eintrag dazu beschreibt auch die Regeln des UWG zu Kundenbewertungen.

  • Produktseiten. Bewertungen und Kundenfotos stehen nah am Preis und am Bestellknopf.
  • Anzeigen auf Meta. Partnership Ads laufen gemeinsam mit Creatorn oder anderen Marken, im Kopf der Anzeige stehen beide Konten.
  • Anzeigen auf TikTok. Spark Ads nutzen organische TikTok-Beiträge als Anzeige. Beiträge anderer Creator sind möglich, wenn diese die Nutzung autorisieren.
  • Anzeigen auf LinkedIn. Mit Thought Leader Ads bewerben Unternehmen Beiträge von Mitarbeitenden oder Kunden. Der Autor muss die Anfrage annehmen, siehe LinkedIn Ads.

In der Social Ads Betreuung schreiben wir Briefings für Creator und passen Motive an Format und Plattform an.

Wie holt man Nutzungsrechte für User Generated Content ein?

Bevor Sie Fotos oder Texte von Kunden selbst veröffentlichen, holen Sie die Zustimmung der Urheber ein. Nach § 31 UrhG kann ein Urheber anderen das Recht einräumen, sein Werk für einzelne oder alle Nutzungsarten zu nutzen. Zeigt ein Foto Personen, dürfen Bildnisse nach § 22 KunstUrhG nur mit Einwilligung der Abgebildeten verbreitet werden.

  1. Urheber anfragen. Schreiben Sie die Person direkt an und nennen Sie den Zweck, etwa Produktseite oder Anzeige.
  2. Umfang festhalten. Legen Sie schriftlich fest, für welche Kanäle und wie lange Sie den Inhalt nutzen.
  3. Abgebildete Personen einbeziehen. Sind weitere Personen zu sehen, holen Sie auch deren Einwilligung ein.
  4. Zusage aufbewahren. Speichern Sie die Zustimmung mit Datum. Einzelfragen klären Sie mit Ihrer Rechtsberatung.

Wie nutzen Suchmaschinen und KI-Systeme User Generated Content?

Inhalte aus Foren können auch in Suchmaschinen und KI-Modelle einfließen. Google hat im Februar 2024 mit Reddit vereinbart, Inhalte über Reddits Datenschnittstelle zu beziehen, um sie in Google-Produkten anzuzeigen und für das Training zu nutzen.

Erfahrungsberichte in Foren können deshalb beeinflussen, was Interessenten in Suchergebnissen und KI-Antworten über einen Anbieter lesen. Wie Sie prüfen, ob KI-Systeme Ihr Unternehmen nennen, beschreibt der Eintrag zur KI-Sichtbarkeit.

Wie moderiert man User Generated Content?

Moderation heißt, Beiträge auf der eigenen Website nach festen Regeln zu prüfen. Google empfiehlt dafür mehrere Maßnahmen gegen Spam.

  • Regeln veröffentlichen. Eine klare Richtlinie gegen Missbrauch zeigt Nutzern, welche Beiträge nicht erscheinen.
  • Beiträge freischalten. Eine manuelle Freigabe bestimmter Beiträge verringert Spam laut Google deutlich.
  • Links kennzeichnen. Versehen Sie Links in nicht vertrauenswürdigen Beiträgen mit rel=“ugc“ oder rel=“nofollow“.

Typische Fehler bei User Generated Content

  • Inhalte ohne Zustimmung nutzen. Dass ein Foto öffentlich geteilt wurde, erlaubt noch nicht seine Nutzung in einer Anzeige.
  • Creator-Videos als Kundenstimme ausgeben. Bezahlte Inhalte bleiben Werbung, auch wenn sie wie spontane Beiträge wirken.
  • Nur Bestnoten zeigen. Wer kritische Bewertungen ausblendet, zeigt Interessenten ein unvollständiges Bild.

Verwandte Begriffe

Quellen

Häufige Fragen

Was bedeutet User Generated Content auf Deutsch?

User Generated Content heißt auf Deutsch nutzergenerierte Inhalte. Gemeint sind Texte oder Bilder, die Kunden und andere Nutzer selbst erstellen, etwa eine Produktbewertung. Die Abkürzung UGC ist auch im deutschen Marketing üblich.

Was ist ein UGC Creator?

Ein UGC Creator produziert gegen Bezahlung Fotos oder Videos, die wie Beiträge echter Kunden aussehen. Unternehmen nutzen sie vor allem als Motive für Social Ads. Solche Inhalte sind Auftragsarbeiten mit kommerziellem Zweck.

Was ist der Unterschied zwischen UGC und Influencer-Marketing?

Beim Influencer-Marketing zählt die Reichweite der Person, und die Inhalte erscheinen auf ihrem eigenen Kanal. UGC Creator liefern dagegen Inhalte, die das Unternehmen auf eigenen Kanälen oder in Anzeigen nutzt. Echter UGC entsteht ganz ohne Auftrag.

Darf ich Fotos von Kunden aus Instagram für Werbung nutzen?

In der Regel nur mit Zustimmung des Urhebers. Fragen Sie die Person direkt und halten Sie fest, wofür und wie lange Sie das Foto nutzen. Sind weitere Personen zu sehen, brauchen Sie auch deren Einwilligung. Für Anzeigen mit Creatorn bietet Meta das Format Partnership Ads.

Darf ich Kundenbewertungen auf meiner Website zeigen?

Viele Shops zeigen Bewertungen echter Kunden direkt auf der Produktseite. Nach § 5b Absatz 3 UWG gelten dabei Angaben als wesentlich, ob und wie Sie sicherstellen, dass Bewertungen von Kunden stammen, die das Produkt genutzt oder gekauft haben. Die Umsetzung klären Sie mit Ihrer Rechtsberatung.

Ist User Generated Content im B2B sinnvoll?

Ja, wenn auch in anderer Form als im Onlinehandel. Im B2B zählen Erfahrungsberichte auf Vergleichsportalen für Software und Beiträge von Kunden auf LinkedIn. Ein Maschinenbauer kann Kunden etwa um Fotos installierter Anlagen bitten, mit Freigabe des Kundenunternehmens.

Wie bekomme ich mehr User Generated Content?

Bitten Sie Kunden nach dem Kauf um eine Bewertung, etwa mit einer Karte im Paket. Eine E-Mail mit dieser Bitte setzt voraus, dass Sie Kunden auf diesem Weg kontaktieren dürfen. In sozialen Netzwerken hilft ein eigener Hashtag, unter dem Kunden Fotos vom Produkt im Einsatz teilen.

Was kostet User Generated Content?

Echter UGC kostet kein Honorar, aber Zeit für Rechteklärung und Moderation. Bei Creator-Content hängt der Aufwand davon ab, wie viele Videos Sie brauchen und welche Nutzungsrechte Sie erwerben, etwa für Anzeigen über mehrere Monate.

Glossar

Mehr aus Conversion und Leads.

Alle 75 Begriffe
  • A/B-Test

    Ein A/B-Test ist ein Experiment, bei dem Besucher zufällig auf zwei Varianten einer Webseite, Anzeige oder E-Mail verteilt werden.

  • Call to Action (CTA)

    Ein Call to Action (CTA) ist eine Handlungsaufforderung, die Leser einer Website oder Anzeige zum nächsten Schritt einlädt, etwa zu einer Anfrage oder einem Download.

  • Content Marketing

    Content Marketing ist eine Marketingmethode, bei der ein Unternehmen Kunden mit nützlichen Inhalten gewinnt und bindet, etwa mit Fachartikeln, Leitfäden, Videos oder Studien, statt mit reiner Werbung.

  • Conversion Rate und Conversion-Optimierung (CRO)

    Die Conversion Rate (Konversionsrate) gibt an, wie viel Prozent der Besucher oder Klicks zu einer gewünschten Handlung führen, etwa einer Anfrage oder einem Kauf.

  • Customer Journey

    Die Customer Journey (deutsch: Kundenreise) beschreibt alle Phasen und Berührungspunkte (Touchpoints), die ein Kunde vom ersten Bedarf über die Kaufentscheidung bis zur Bindung an ein Unternehmen durchläuft.

  • Heatmap

    Eine Heatmap ist eine farbige Darstellung, die aus den zusammengefassten Daten vieler Besuche zeigt, wo Besucher auf einer Webseite klicken und wie weit sie scrollen.

Gespräch anfragen