Inhalt dieser Seite
- Das Wichtigste in Kürze
- Beispiel aus der Praxis
- Wie berechnet GA4 die Absprungrate?
- Was ist der Unterschied zwischen Absprungrate und Interaktionsrate?
- Was ist der Unterschied zur Absprungrate in Universal Analytics?
- Wann ist eine hohe Absprungrate unbedenklich?
- Welche Ursachen hat eine hohe Absprungrate und was hilft?
- Welche Messfehler verfälschen die Absprungrate?
- Häufige Fragen
Das Wichtigste in Kürze
- GA4 zählt eine Sitzung als Absprung, wenn der Besucher weder länger als 10 Sekunden bleibt noch eine zweite Seite aufruft. Auch ein Schlüsselereignis wie eine Anfrage macht aus der Sitzung eine Sitzung mit Interaktion.
- Absprungrate und Interaktionsrate ergeben zusammen 100 %. In den meisten Standardberichten müssen Sie die Absprungrate erst hinzufügen.
- Universal Analytics zählte jede Sitzung mit nur einem Seitenaufruf als Absprung. Werte aus beiden Systemen sind deshalb nicht vergleichbar.
- Auf Kontakt- oder Anfahrtsseiten ist eine hohe Absprungrate oft normal, weil Besucher ihr Ziel dort schnell erreichen. Einen allgemeinen Richtwert nennt Google nicht.
- Doppelte Tags drücken die Absprungrate gegen null, fehlende Einwilligungen verkleinern die Datenbasis. Prüfen Sie deshalb zuerst die Messung.
Beispiel aus der Praxis
Ein Anbieter von Wartungsverträgen für Aufzüge sieht in Google Analytics 4 für seine Kontaktseite eine hohe Absprungrate. Von 1.000 Sitzungen im Monat gelten 700 als Absprung, die Absprungrate liegt also bei 70 %. Viele dieser Besucher suchen nur die Nummer der Störungshotline und rufen direkt an.
Das Team richtet deshalb ein Ereignis für Klicks auf die Telefonnummer ein und markiert es als Schlüsselereignis. Für Besucher, die die Nummer anklicken, zählt die Sitzung ab dann als Sitzung mit Interaktion. Wer die Nummer abliest und vom Festnetz anruft, bleibt für GA4 weiterhin ein Absprung.
Wie berechnet GA4 die Absprungrate?
GA4 berechnet die Absprungrate als Anteil der Sitzungen ohne Interaktion an allen Sitzungen. Eine Sitzung mit Interaktion erfüllt laut Google mindestens eines dieser Kriterien.
- Dauer. Die Sitzung dauert länger als 10 Sekunden.
- Schlüsselereignis. In der Sitzung wird ein Schlüsselereignis ausgelöst, etwa eine Anfrage oder ein Kauf.
- Seitenaufrufe. Die Sitzung umfasst mindestens zwei Seiten- oder Bildschirmaufrufe.
Trifft keines davon zu, zählt die Sitzung als Absprung. Google nennt als Beispiel einen Besucher, der neun Sekunden lang Text liest und die Website dann verlässt. Die Grenze von 10 Sekunden können Sie in den Tag-Einstellungen Ihres Datenstreams anpassen.
Was ist der Unterschied zwischen Absprungrate und Interaktionsrate?
Die Interaktionsrate ist der Anteil der Sitzungen mit Interaktion, die Absprungrate ihr Gegenstück. Beide ergeben zusammen 100 %. Liegt die Interaktionsrate einer Seite bei 62 %, beträgt ihre Absprungrate 38 %.
In den meisten Standardberichten zeigt GA4 die beiden Kennzahlen nicht von selbst an. Nutzer mit Bearbeiter- oder Administratorrechten können sie in Detailberichten ergänzen.
Was ist der Unterschied zur Absprungrate in Universal Analytics?
In Universal Analytics war ein Absprung eine Sitzung mit nur einem Seitenaufruf, genauer mit nur einer Anfrage an den Analytics-Server. Wie lange jemand auf der Seite blieb, war dafür ohne Bedeutung.
| Situation | Universal Analytics | GA4 |
|---|---|---|
| Besucher liest drei Minuten lang eine Seite und geht | Absprung | kein Absprung |
| Besucher öffnet eine Seite und geht nach fünf Sekunden | Absprung | Absprung |
| Besucher ruft zwei Seiten auf | kein Absprung | kein Absprung |
Werte aus beiden Systemen lassen sich wegen der unterschiedlichen Definition nicht direkt vergleichen. Standard-Properties von Universal Analytics verarbeiten seit dem 1. Juli 2023 keine Daten mehr.
Wann ist eine hohe Absprungrate unbedenklich?
Eine hohe Absprungrate ist unbedenklich, wenn Besucher ihr Ziel auf einer einzigen Seite in kurzer Zeit erreichen. Das gilt etwa für diese Seiten.
- Kontaktseiten, auf denen Besucher nur Telefonnummer oder Adresse nachsehen
- Seiten mit Öffnungszeiten oder Anfahrt
- Seiten mit Datenblättern zum Download, solange der Download kein Schlüsselereignis ist
Schon zu Universal Analytics schrieb Google, eine hohe Absprungrate sei bei Seiten wie Blogartikeln normal, die auf einzelne Aufrufe angelegt sind. Einen allgemeinen Richtwert für eine gute Absprungrate nennt Google in der Analytics-Hilfe nicht. Vergleichen Sie deshalb Seiten gleicher Art miteinander und beobachten Sie die Entwicklung über mehrere Monate.
Welche Ursachen hat eine hohe Absprungrate und was hilft?
Diese Ursachen sollten Sie auf Seiten mit vielen Absprüngen zuerst prüfen.
- Anzeige und Seite passen nicht zusammen. Google rät in der Analytics-Hilfe, bei vielen Absprüngen aus Display-Kampagnen zu prüfen, ob die Anzeigen zum Inhalt der Seite passen.
- Die Seite lädt langsam. Messen Sie die Ladezeit mit den Core Web Vitals und beheben Sie die größten Verzögerungen zuerst.
- Der nächste Schritt fehlt. Ein gut sichtbarer Call to Action zeigt Besuchern, wie es weitergeht.
- Wichtige Interaktionen werden nicht gemessen. Klicks auf Telefonnummer oder E-Mail-Adresse zählen erst, wenn sie als Schlüsselereignis eingerichtet sind.
Welche Messfehler verfälschen die Absprungrate?
Eine ungewöhnlich hohe oder niedrige Absprungrate kann auch auf einen Fehler in der Messung zurückgehen. Prüfen Sie diese Punkte, bevor Sie Seiten umbauen.
- Doppelte Tags. Sendet die Website jeden Seitenaufruf zweimal, etwa über den Google Tag Manager und einen fest eingebauten Code, hat jede Sitzung mindestens zwei Seitenaufrufe. Die Absprungrate fällt dann auf null oder knapp darüber.
- Einwilligung. Im Basic-Modus des Consent Mode gehen ohne Einwilligung keine Daten an Google. Die Absprungrate beschreibt dann nur Besucher, die im Cookie-Banner zugestimmt haben.
- Geänderter Timer. Wurde die Grenze von 10 Sekunden verändert, sind Werte vor und nach der Änderung nicht vergleichbar.
In der GA4-Beratung prüfen wir deshalb zuerst die Messung, bevor wir die Absprungrate einzelner Seiten bewerten.










