Zum Inhalt springen

Google Consent Mode

Der Google Consent Mode ist eine Schnittstelle, über die Google-Tags die Cookie-Entscheidung der Websitebesucher erhalten und ihr Verhalten daran anpassen, während Google fehlende Messdaten modelliert. Für Nutzer im Europäischen Wirtschaftsraum gilt seit März 2024 Version 2.

Inhalt dieser Seite
  1. Beispiel aus der Praxis
  2. Wie funktioniert der Google Consent Mode?
  3. Was ist der Unterschied zwischen Basic und Advanced Consent Mode?
  4. Was passiert ohne Consent Mode v2?
  5. Welche Schritte gehören zur Umsetzung?
  6. Typische Fehler beim Consent Mode
  7. Häufige Fragen

Beispiel aus der Praxis

Ein Hersteller von Hebebühnen wirbt mit Google Ads um Angebotsanfragen. Ein Teil der Besucher lehnt im Cookie-Banner die Einwilligung ab. Ohne Consent Mode erfährt Google nichts über diese Besucher und kann ihre Anfragen weder zuordnen noch hochrechnen.

Mit Consent Mode geben die Google-Tags die Entscheidung aus dem Banner an Google Analytics und Google Ads weiter und respektieren die Ablehnung. Die fehlenden Conversions schätzt Google dann anhand von Modellen.

Der Consent Mode setzt für jeden Besucher einen Einwilligungsstatus, den die Google-Tags vor dem Senden von Daten abfragen. Zuerst wird ein Standardwert gesetzt, meist „abgelehnt“. Sobald die Person im Cookie-Banner entscheidet, wird der Status aktualisiert.

Für Werbung und Analyse sind vier Parameter entscheidend:

  • ad_storage: Speicherung von Werbe-Cookies
  • analytics_storage: Speicherung von Analyse-Cookies
  • ad_user_data: Senden von Nutzerdaten an Google für Werbezwecke (neu mit Version 2)
  • ad_personalization: personalisierte Werbung und Remarketing (neu mit Version 2)

Weitere Parameter betreffen Funktions-, Personalisierungs- und Sicherheitsspeicher. Umgesetzt wird der Consent Mode meist über ein Consent-Management-Tool und den Google Tag Manager.

Im Basic-Modus werden Google-Tags erst geladen, wenn die Person im Cookie-Banner zugestimmt hat. Ohne Zustimmung fließen keine Daten an Google, auch nicht der Einwilligungsstatus. Die Modellierung fehlender Conversions stützt sich dann auf ein allgemeines Modell.

Im Advanced-Modus laden die Google-Tags sofort mit dem Standardstatus „abgelehnt“. Ohne Zustimmung senden sie cookielose Signale, etwa zum Einwilligungsstatus und zu Conversions. Daraus erstellt Google ein Modell speziell für Ihr Konto, das in der Regel genauer ist.

  • Basic: weniger Datenübertragung ohne Einwilligung, dafür ungenauere Modellierung.
  • Advanced: bessere Datengrundlage für Google Analytics 4 und Google Ads, dafür Datenübertragung auch bei Ablehnung.

Welche Variante passt, ist eine Abwägung zwischen Datenqualität und Datenschutz. Diese Entscheidung sollte gemeinsam mit dem Datenschutzbeauftragten getroffen werden.

Ohne Consent Mode v2 verlieren Werbetreibende für Nutzer aus dem Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) wichtige Funktionen. Google verlangt, dass für diese Nutzer die Einwilligung eingeholt und an Google übermittelt wird, um Messung, personalisierte Werbung und Remarketing weiter zu nutzen.

  • Seit Anfang März 2024 enthalten Zielgruppen aus Google Analytics, die mit Werbeprodukten geteilt werden, ohne die Signale nur noch Nutzer außerhalb des EWR.
  • Remarketing und personalisierte Anzeigen für EWR-Nutzer entfallen.
  • Conversion-Messung und Gebotsstrategien in Google Ads erhalten weniger Signale.

Die Einrichtung übernimmt EOM im Bereich Analytics und Tracking, abgestimmt mit Ihrem Consent-Management-Tool.

Welche Schritte gehören zur Umsetzung?

  1. Consent-Management-Tool auswählen, das Consent Mode v2 unterstützt. Google führt eine Liste zertifizierter Anbieter; für Publisher, die mit AdSense oder Ad Manager Anzeigen ausspielen, ist ein zertifiziertes Tool Pflicht.
  2. Basic oder Advanced festlegen und mit dem Datenschutzbeauftragten abstimmen.
  3. Standardstatus vor allen anderen Tags setzen, im Tag Manager über den Trigger „Consent Initialization“.
  4. Aktualisierung nach der Entscheidung im Banner prüfen, für alle vier Parameter.
  5. Nicht-Google-Tags wie Meta oder LinkedIn separat über Einwilligungsprüfungen steuern, denn der Consent Mode wirkt nur für Google-Tags.
  6. Mit Vorschaumodus und Tag Assistant testen, danach die Einwilligungseinstellungen in GA4 und Google Ads kontrollieren.
  • Der Standardstatus wird zu spät gesetzt, die ersten Tags feuern bereits vorher.
  • Nur ad_storage und analytics_storage sind eingerichtet, die Parameter von Version 2 fehlen.
  • Im Advanced-Modus werden zusätzlich Tags ohne Einwilligung ausgelöst, die gar keinen Consent Mode unterstützen.
  • Das Banner speichert die Entscheidung, gibt sie aber nicht an den Consent Mode weiter.
  • Nach einem Website-Relaunch oder Wechsel des Consent-Tools wird die Umsetzung nicht erneut getestet.

Verwandte Begriffe

Quellen

Häufige Fragen

Was ist Consent Mode v2?

Consent Mode v2 ist die zweite Version des Google Consent Mode. Sie ergänzt die Parameter ad_user_data (Senden von Nutzerdaten für Werbung) und ad_personalization (personalisierte Werbung). Seit März 2024 braucht Google diese Signale für Nutzer im Europäischen Wirtschaftsraum, um Zielgruppen, Remarketing und Werbemessung vollständig zu nutzen.

Ist der Consent Mode Pflicht?

Gesetzlich nicht, aber Google verlangt die Übermittlung der Einwilligungssignale für Nutzer im Europäischen Wirtschaftsraum, wenn Remarketing, personalisierte Anzeigen und die volle Conversion-Messung genutzt werden sollen. Der Consent Mode ist dafür der vorgesehene Weg. Die gesetzliche Einwilligungspflicht für Cookies ergibt sich unabhängig davon aus TDDDG und DSGVO.

Was ist der Unterschied zwischen Basic und Advanced Consent Mode?

Im Basic-Modus werden Google-Tags erst nach Zustimmung geladen, ohne Zustimmung gehen keine Daten an Google. Im Advanced-Modus laden die Tags sofort und senden ohne Zustimmung cookielose Signale, die Google für ein kontospezifisches Modell fehlender Conversions nutzt. Advanced liefert meist genauere Daten, überträgt aber auch bei Ablehnung Informationen.

Welche Parameter hat der Consent Mode?

Für Analyse und Werbung sind ad_storage, analytics_storage, ad_user_data und ad_personalization entscheidend. Dazu kommen functionality_storage, personalization_storage und security_storage für Funktions-, Personalisierungs- und Sicherheitszwecke. Jeder Parameter hat den Status „granted“ (erteilt) oder „denied“ (abgelehnt).

Ersetzt der Consent Mode ein Cookie-Banner?

Nein. Der Consent Mode holt keine Einwilligung ein, sondern gibt nur das Ergebnis des Cookie-Banners an Google-Dienste weiter. Sie brauchen weiterhin ein Consent-Management-Tool. Google empfiehlt zertifizierte Anbieter, weil diese den Consent Mode automatisch unterstützen.

Was bedeutet Modellierung im Consent Mode?

Modellierung heißt, dass Google Conversions und Verhalten von Besuchern ohne Einwilligung statistisch schätzt. Grundlage sind die Daten von Besuchern mit Einwilligung und, im Advanced-Modus, cookielose Signale. Die modellierten Werte erscheinen in den Berichten als Gesamtzahl, einzelne Personen werden dabei nicht nachverfolgt.

Gilt der Consent Mode auch für Meta, LinkedIn und andere Anbieter?

Nein, der Consent Mode ist eine Google-Funktion und wirkt nur auf Google-Tags. Tags anderer Anbieter müssen über das Consent-Management-Tool oder die Einwilligungsprüfung im Tag Manager gesteuert werden.

Wie prüfe ich, ob der Consent Mode richtig funktioniert?

Im Vorschaumodus des Google Tag Managers und im Tag Assistant sehen Sie für jedes Ereignis den Einwilligungsstatus vor und nach der Entscheidung im Banner. In Google Analytics und Google Ads zeigen die Einwilligungseinstellungen, ob Signale für ad_user_data und ad_personalization ankommen. Testen Sie Zustimmung und Ablehnung getrennt.

Warum muss ich auf Websites immer wieder Cookies bestätigen?

Websites dürfen nicht notwendige Cookies nach § 25 TDDDG nur mit Einwilligung setzen und müssen die Entscheidung speichern. Wenn Sie Cookies löschen, im privaten Modus surfen oder die gespeicherte Entscheidung abläuft, fragt die Website erneut. Die Abfrage ist also eine Folge der Rechtslage, nicht ein Fehler der Website.

Glossar

Mehr aus Analytics und Tracking.

Alle 75 Begriffe
  • Absprungrate (Bounce Rate)

    Die Absprungrate (Bounce Rate) ist der Anteil der Sitzungen, in denen Besucher nicht mit einer Website interagiert haben.

  • Attributionsmodell

    Ein Attributionsmodell ist eine Regel oder ein Rechenverfahren, das eine Conversion auf die Werbekontakte verteilt, die ihr vorausgingen.

  • Google Analytics 4 (GA4)

    Google Analytics 4 (GA4) ist das Webanalyse-Tool von Google.

  • Google Tag Manager

    Der Google Tag Manager (GTM) ist ein kostenloses Tag-Management-System von Google.

  • Matomo

    Matomo (bis 2018 Piwik) ist eine quelloffene Webanalyse-Software.

  • Server-Side-Tracking

    Beim Server-Side-Tracking (serverseitiges Tracking) schickt der Browser Messdaten zuerst an einen eigenen Server.

Gespräch anfragen