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Beispiel aus der Praxis
Ein Hersteller von Hebebühnen wirbt mit Google Ads um Angebotsanfragen. Ein Teil der Besucher lehnt im Cookie-Banner die Einwilligung ab. Ohne Consent Mode erfährt Google nichts über diese Besucher und kann ihre Anfragen weder zuordnen noch hochrechnen.
Mit Consent Mode geben die Google-Tags die Entscheidung aus dem Banner an Google Analytics und Google Ads weiter und respektieren die Ablehnung. Die fehlenden Conversions schätzt Google dann anhand von Modellen.
Wie funktioniert der Google Consent Mode?
Der Consent Mode setzt für jeden Besucher einen Einwilligungsstatus, den die Google-Tags vor dem Senden von Daten abfragen. Zuerst wird ein Standardwert gesetzt, meist „abgelehnt“. Sobald die Person im Cookie-Banner entscheidet, wird der Status aktualisiert.
Für Werbung und Analyse sind vier Parameter entscheidend:
- ad_storage: Speicherung von Werbe-Cookies
- analytics_storage: Speicherung von Analyse-Cookies
- ad_user_data: Senden von Nutzerdaten an Google für Werbezwecke (neu mit Version 2)
- ad_personalization: personalisierte Werbung und Remarketing (neu mit Version 2)
Weitere Parameter betreffen Funktions-, Personalisierungs- und Sicherheitsspeicher. Umgesetzt wird der Consent Mode meist über ein Consent-Management-Tool und den Google Tag Manager.
Was ist der Unterschied zwischen Basic und Advanced Consent Mode?
Im Basic-Modus werden Google-Tags erst geladen, wenn die Person im Cookie-Banner zugestimmt hat. Ohne Zustimmung fließen keine Daten an Google, auch nicht der Einwilligungsstatus. Die Modellierung fehlender Conversions stützt sich dann auf ein allgemeines Modell.
Im Advanced-Modus laden die Google-Tags sofort mit dem Standardstatus „abgelehnt“. Ohne Zustimmung senden sie cookielose Signale, etwa zum Einwilligungsstatus und zu Conversions. Daraus erstellt Google ein Modell speziell für Ihr Konto, das in der Regel genauer ist.
- Basic: weniger Datenübertragung ohne Einwilligung, dafür ungenauere Modellierung.
- Advanced: bessere Datengrundlage für Google Analytics 4 und Google Ads, dafür Datenübertragung auch bei Ablehnung.
Welche Variante passt, ist eine Abwägung zwischen Datenqualität und Datenschutz. Diese Entscheidung sollte gemeinsam mit dem Datenschutzbeauftragten getroffen werden.
Was passiert ohne Consent Mode v2?
Ohne Consent Mode v2 verlieren Werbetreibende für Nutzer aus dem Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) wichtige Funktionen. Google verlangt, dass für diese Nutzer die Einwilligung eingeholt und an Google übermittelt wird, um Messung, personalisierte Werbung und Remarketing weiter zu nutzen.
- Seit Anfang März 2024 enthalten Zielgruppen aus Google Analytics, die mit Werbeprodukten geteilt werden, ohne die Signale nur noch Nutzer außerhalb des EWR.
- Remarketing und personalisierte Anzeigen für EWR-Nutzer entfallen.
- Conversion-Messung und Gebotsstrategien in Google Ads erhalten weniger Signale.
Die Einrichtung übernimmt EOM im Bereich Analytics und Tracking, abgestimmt mit Ihrem Consent-Management-Tool.
Welche Schritte gehören zur Umsetzung?
- Consent-Management-Tool auswählen, das Consent Mode v2 unterstützt. Google führt eine Liste zertifizierter Anbieter; für Publisher, die mit AdSense oder Ad Manager Anzeigen ausspielen, ist ein zertifiziertes Tool Pflicht.
- Basic oder Advanced festlegen und mit dem Datenschutzbeauftragten abstimmen.
- Standardstatus vor allen anderen Tags setzen, im Tag Manager über den Trigger „Consent Initialization“.
- Aktualisierung nach der Entscheidung im Banner prüfen, für alle vier Parameter.
- Nicht-Google-Tags wie Meta oder LinkedIn separat über Einwilligungsprüfungen steuern, denn der Consent Mode wirkt nur für Google-Tags.
- Mit Vorschaumodus und Tag Assistant testen, danach die Einwilligungseinstellungen in GA4 und Google Ads kontrollieren.
Typische Fehler beim Consent Mode
- Der Standardstatus wird zu spät gesetzt, die ersten Tags feuern bereits vorher.
- Nur ad_storage und analytics_storage sind eingerichtet, die Parameter von Version 2 fehlen.
- Im Advanced-Modus werden zusätzlich Tags ohne Einwilligung ausgelöst, die gar keinen Consent Mode unterstützen.
- Das Banner speichert die Entscheidung, gibt sie aber nicht an den Consent Mode weiter.
- Nach einem Website-Relaunch oder Wechsel des Consent-Tools wird die Umsetzung nicht erneut getestet.
Verwandte Begriffe
Quellen
- Google for Developers: Consent mode overview
- Google Ads Help: Updates to consent mode for traffic in the EEA
- Google Analytics Help: Verify and update consent settings in Google Analytics
- Tag Manager Help: Consent configuration
- Google AdSense Help: Consent management requirements for serving ads in the EEA, the UK, and Switzerland (for publishers)
- § 25 TDDDG, gesetze-im-internet.de










