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Beispiel aus der Praxis
Ein Versicherer für Gewerbekunden bucht bei Microsoft Advertising dieselben Suchbegriffe wie bei Google Ads, etwa „Betriebshaftpflicht“. Bing ist die voreingestellte Suchmaschine im Browser Microsoft Edge, der auf vielen Büro-PCs in Unternehmen läuft. So erreicht der Versicherer Einkäufer und Geschäftsführer, die am Arbeitsplatz suchen.
Das Suchvolumen ist kleiner als bei Google, der Wettbewerb um die Anzeigenplätze oft auch.
Wo erscheinen Anzeigen von Microsoft Advertising?
Anzeigen laufen im Microsoft Advertising Network, das mehrere Bereiche umfasst:
- Microsoft-eigene Seiten: Bing, MSN, Microsoft Start, Microsoft Edge und Outlook.com.
- Syndizierte Suchpartner: unter anderem AOL, Yahoo, DuckDuckGo und Ecosia.
- Partner-Platzierungen und Audience Network: Websites und Apps, auf denen Multimedia- und Zielgruppenanzeigen erscheinen.
- Copilot: Microsoft erstellt aus bestehenden Kampagnen automatisch Anzeigen im KI-Assistenten Copilot. Berechtigt sind unter anderem Suchanzeigen mit Logo-Erweiterung, Produktanzeigen aus Shopping- und Performance-Max-Kampagnen sowie Multimedia-Anzeigen. Laut Microsoft sind berechtigte Kampagnen automatisch aktiviert, ein Abwählen ist nicht vorgesehen, und eigene Copilot-Kennzahlen gibt es bislang nicht (Stand: September 2026). Mehr dazu unter Ads in KI-Oberflächen.
Über die Einstellungen zur Anzeigenverteilung legen Sie fest, ob Anzeigen im gesamten Netzwerk oder nur auf Microsoft-Seiten und ausgewähltem Traffic erscheinen.
Was unterscheidet Microsoft Advertising von Google Ads?
Technisch ähneln sich die Plattformen stark; die Unterschiede liegen in Reichweite, Zielgruppenoptionen und Wettbewerb.
- Reichweite: In Deutschland verarbeitet Google den weitaus größten Teil der Suchanfragen; Microsoft Advertising ist eine Ergänzung, kein Ersatz für SEA bei Google.
- LinkedIn-Profil-Targeting: Gebote lassen sich nach Unternehmen, Branche und Berufsfeld aus LinkedIn-Profilen anpassen. In Suchkampagnen verengt das die Zielgruppe nicht, sondern wirkt als Gebotsanpassung. Pro Kampagne oder Anzeigengruppe sind bis zu 1.000 Unternehmen möglich; die Verfügbarkeit variiert je Markt.
- Google-Import: Kampagnen lassen sich aus Google Ads übernehmen, auch als regelmäßig geplanter Import.
- Tracking: Conversions werden über das UET-Tag (Universal Event Tracking) gemessen, nicht über das Google-Tag.
- Wettbewerb: Aus unserer Projekterfahrung bieten auf viele Suchbegriffe weniger Unternehmen mit; belastbare, allgemeingültige Vergleichszahlen zu Klickpreisen gibt es dafür nicht.
Wann lohnen sich Microsoft Ads?
Microsoft Advertising lohnt sich vor allem, wenn die Google-Kampagnen bereits gut laufen und zusätzliche Reichweite zu vertretbaren Kosten gesucht wird.
- B2B-Angebote, deren Zielgruppe am Arbeitsplatz-PC sucht, zum Beispiel Industriebedarf, Software oder Gewerbeversicherungen.
- Hoher Kundenwert, bei dem auch wenige zusätzliche Anfragen den Aufwand rechtfertigen.
- Ausgeschöpfte Google-Kampagnen mit hohem Anteil an möglichen Impressionen.
Weniger sinnvoll ist Microsoft Advertising, solange die Google-Kampagnen noch Grundlagenprobleme haben oder das Suchvolumen der Kernbegriffe schon bei Google sehr klein ist.
So übernehmen Sie Google-Kampagnen in Microsoft Advertising
- Import durchführen: Kampagnen, Keywords, Anzeigen und Erweiterungen über den Google-Import übernehmen.
- UET-Tag einrichten: Conversions sauber und einwilligungsbasiert messen, bevor automatische Gebote aktiv werden.
- Gebote und Budgets anpassen: Werte aus Google nicht blind übernehmen, sondern an Volumen und Wettbewerb im Microsoft-Netzwerk ausrichten.
- Anzeigenverteilung prüfen: Leistung nach Suchpartnern und Websites auswerten, unpassende Umfelder ausschließen.
- Zielgruppen ergänzen: LinkedIn-Profil-Targeting für B2B-Kampagnen testen.
- Geplante Importe steuern: festlegen, welche Elemente ein wiederkehrender Import aktualisiert, damit manuelle Anpassungen erhalten bleiben.
Unterstützung bei Einrichtung und Optimierung bietet unsere Microsoft Ads Betreuung.
Typische Fehler mit Microsoft Advertising
- Kampagnen werden importiert und danach nicht mehr eigenständig optimiert.
- Traffic von Suchpartnern und Partner-Platzierungen wird nicht getrennt ausgewertet.
- Das UET-Tag fehlt oder feuert ohne Einwilligung der Besucher.
- LinkedIn-Profil-Targeting wird als Ausschluss verstanden, obwohl es in Suchkampagnen nur Gebote anpasst.
- Nach wenigen Wochen mit geringen Klickzahlen wird der Kanal als „funktioniert nicht“ abgeschrieben, obwohl die Datenbasis zu klein ist.










