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Google Analytics 4-Tutorial: So gelingt dir die Umstellung

Google Analytics 4 (GA4) ist kein Upgrade von Universal Analytics (UA), sondern ein völlig neues Tool mit neuem Datenmodell, neuen Definitionen und Metriken. Es ist also keine Frage, ob du umsteigen solltest oder nicht, sondern eher wann! Wo liegen die Vorteile von Google Analytics 4? Wie kann ich Google Analytics 4 einrichten? Und was sind die wichtigsten Unterschiede von GA4 und Universal Analytics?

Wann wird Universal Analytics abgeschaltet und wann sollte ich auf GA4 umsteigen?

Universal Analytics vs. Google Analytics 4! Langsam aber sicher heißt es „Goodbye, Universal Analytics!” Im Update am 16. März 2022 kündigt Google das Ende von UA an.

Erst einmal gilt: Keine Panik! Geh beim Umstieg von Universal Analytics auf Google Analytics 4 bedacht vor. Zunächst solltest du einmal abwägen, ob GA4 wirklich das passende Tool für deine Bedürfnisse ist. 

Möchtest du einen Vorjahresvergleich ziehen, solltest du jedoch bereits im Juli 2022 umsteigen, denn ab dem 1. Juli 2023 werden keine neuen Daten mehr in Universal Analytics einlaufen. Ab dem 1. Oktober 2023 werden auch in Analytics 360 keine Daten mehr gesammelt. Etwa 6 Monate später, also Anfang 2024, wird dann auch der Zugriff auf historische Daten nicht mehr möglich sein. 

Kann ich historische Daten aus Universal Analytics in Google Analytics 4 importieren?

Es ist nicht möglich, historische Universal Analytics Daten in eine Google Analytics 4 Property zu importieren. Leg daher am besten parallel Google Analytics 4 Properties an und beginn so möglichst früh mit dem Daten-Sammeln.

Wie bereite ich mich auf das Umstellen auf Google Analytics 4 vor?

Vor der Implementierung gibt es einige Schritte, die du berücksichtigen solltest, wenn du die Property zu Google Analytics 4 umstellen möchtest:

  • GA4-Demo-Account erkunden: Um Google Analytics 4 jetzt schon ganz in Ruhe kennenzulernen, empfiehlt es sich, vor dem Einrichten der GA4-Property auf den von Google bereitgestellten GA4-Demo-Account zuzugreifen. Auf dieses Test-Konto haben alle Google-User*innen Zugriff. Die Daten im Google Analytics-Demokonto stammen aus dem Google Merchandise Store und Flood-It!. So kannst du dich ganz in Ruhe mit der Funktionsweise auseinandersetzen und sehen, wo du die für dich wichtigen Reports findest. 
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Quelle: Google Analytics Demo-Account, GA4 – Google Merchandise Store
  • Bestandsanalyse: Frag dich: Was kann ich mit Google Analytics 4 noch machen, was funktioniert nicht mehr? Beispielsweise fallen ja einige Reportingoptionen beim neuen Tool weg. 
  • Backups von Universal Analytics anfertigen: Exportiere die für dich wichtigsten Daten aus Universal Analytics als CSV-Datei, Google-Tabelle oder PDF. Denk daran, den Zeitraum und die Zeilenanzahl entsprechend einzustellen, sodass wirklich alle nötigen Daten exportiert werden.  
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Quelle: Google Analytics Demo-Account, UA – Google Merchandise Store
  • Besprechung mit dem Team: IT-Abteilung, Marketing, das Social-Media-Team – hol alle Verantwortlichen an einen Tisch und beantworte ihre Fragen zur Umstellung auf Google Analytics 4.
  • Implementierung: Jetzt erst geht es an die eigentliche Implementierung und den Umstieg.

Universal Analytics vs. Google Analytics 4 – Was sind die zentralen Unterschiede und Vorteile?

Google hat sich mit dem neuen GA4 vorgenommen, zeitgemäßer zu werden und sich nicht mehr allein auf die Sitzungen als Parameter zu konzentrieren. Doch wo liegen die genauen Unterschiede und welche Vorteile hat das neue Tool gegenüber UA?

In Google Analytics 4 stehen die Nutzer*innen im Mittelpunkt

Während in Universal Analytics noch alles auf Sitzungen basierte, dreht sich in Google Analytics 4 alles um die Nutzer*innen. Der Grundgedanke von Google hinter der Umstellung ist die immer komplexer werdende Customer Journey und die Nutzung vieler verschiedener Geräte – Desktop, Handy oder Tablet. Google Analytics 4 soll ein geräteübergreifendes und auf Nutzer*innen zentriertes Tracking ermöglichen.

Alles in Google Analytics 4 basiert auf Events

Alles, was Nutzer*innen auf der Website tun, wird als Events in Google Analytics 4 festgehalten. Sämtliche Interaktionen sind also jetzt Ereignisse. Es gibt keine Unterscheidung zwischen Pageviews, Ereignissen, E-Commerce und anderen Parametern.

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Quelle: Google Analytics Demo-Account, GA4 – Google Merchandise Store

Berichte in Google Analytics 4: Auch hier sind die User*innen im Fokus

Die Berichte in GA4 sollen den Lebenszyklus der Nutzer*innen darstellen – von der Akquise bis zur Bindung. Die Anzahl der Standardberichte wurde im Vergleich zu Universal Analytics stark reduziert. Dafür lassen sich benutzerdefinierte Berichte nun in großem Maße selbst erstellen und auf die eigenen Bedürfnisse anpassen.

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Ausweitung der Standard-Channels

In GA4 sind die analysierten Channels um einiges differenzierter als in UA. Beispielsweise sind die Social Channels jetzt aufgeteilt in Organic Social und Paid Social – so unterscheidet GA4 zwischen bezahltem und organischem Traffic aus sozialen Netzwerken.

Datenstreams

Möchtest du Daten von Apps analysieren, bietet dir GA4 einige Vorteile. Mit dem neuen Google Analytics hast du die Möglichkeit, Daten von einer Website, einer iOS-App sowie einer Android-App zu erhalten – in UA gab es nur die Website als Datenquelle. Mit GA4 kannst du auf der Property-Ebene Daten von einer Website und einer App im selben Datentopf analysieren oder einzeln betrachten.

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Quelle: Google Analytics Demo-Account, GA4 – Google Flood-It! 

Neue Metriken

In GA4 sind einige neue Metriken hinzugekommen, andere sind verschwunden, und wieder andere haben sich verändert.

In Universal Analytics dreht sich standardmäßig alles um Sitzungen, Dimensionen und Messwerte. Auf dieser Basis werden die Daten erhoben.

Vielleicht fragst du dich: „Warum ist die Anzahl der Sitzungen bei GA4 niedriger als in UA, aber die Dauer länger?“ Der Grund ist die neue Definition dieses Parameters in GA4. 

Die Absprungrate existiert zwar auch in GA4, bekommt aber eine neue Definition. Sie bildet letztlich das Gegenstück zur neuen Engagement-Rate. Diese bezieht sich wiederum auf Sitzungen, die eines der folgenden Kriterien erfüllen: 

  • Sitzungen, die länger als 10 Sekunden gedauert haben (anpassbar) 
  • Sitzungen mit einem Conversion-Ereignis
  • Sitzungen mit mindestens 2 Bildschirm- oder Seitenaufrufen.

DSGVO: Achtung, den Datenschutz nicht vergessen!

Eine in diesen Tagen oft gestellte Frage: Google Analytics 4 und DSGVO – passt das? Auch in GA4 ist die Zustimmung der Nutzer*innen für das Tracking der Daten notwendig. Das Consent Management Tool muss eventuell händisch angepasst und erweitert werden. Es kann passieren, dass die GA4-Cookies nicht überall automatisch erkannt werden. Unter Umständen musst du bei einigen Tools den Cookie manuell hinzufügen und dem richtigen Zweck zuweisen. 

Lass deine Datenschutzerklärung von einer Fachperson für Datenschutz überprüfen – egal, ob du komplett zu Google Analytics 4 wechselst oder erst einmal UA und GA4 parallel nutzen möchtest.

Mit Bedacht umsteigen und neue Möglichkeiten entdecken

Sei gelassen und gewissenhaft beim Umsteigen von UA auf GA4 und mach dich gut mit den neuen Features von Google Analytics 4 vertraut, denn es gibt viele Unterschiede zu Universal Analytics. Das gilt vor allem für die neuen Metriken. 

Der Umstieg zu Google Analytics 4 lohnt sich: Der Aufwand ist zunächst höher, die Analysemöglichkeiten des neuen Tools sind allerdings umfassend.

Maja, Online-Marketing-Managerin bei EOM

Mit dem Umstieg auf GA4 ist es außerdem wie bei einem Umzug: Vor dem Einrichten der GA4-Property hast du die Chance, auszumisten. Kopiere also nicht einfach deinen bisherigen Trackingplan, sondern bring vorher Ordnung hinein.

Umstieg auf Google Analytics 4: Wie viel Ressourcen brauche ich?

Dass der Umzug auf GA4 wichtig und früher oder später sogar notwendig ist, haben wir dir nun gezeigt. Beim Umstieg ist die benötigte Zeit und (Wo)Manpower nicht zu unterschätzen. Je nachdem, wie umfangreich du Google Analytics bislang genutzt hast, kann das Ganze von einem Tag bis hin zu mehreren Wochen dauern!

Wenn du das Tracking-Tool nur rudimentär genutzt und hin und wieder einen Blick ins Dashboard geworfen hast und dir das auch für die Zukunft reicht, dann musst du dich lediglich mit der neuen Oberfläche vertraut machen sowie das Einrichten der Property und die Implementierung (über den Google Tag Manager) durchführen. Das solltest du an einem guten Vormittag geschafft haben. 

Wenn du jedoch tiefergehende Auswertungen gewohnt bist und das auch so bleiben soll, dann kommen Zusatzfragen auf: Welche Berichte/Analysen habe ich bisher genutzt? Muss ich Berichte in GA4 nachbauen? Wie kann ich meine einzelnen Datenansichten von meinen verschiedenen Länder-Domains nun in GA4 umsetzen? Wie soll das Event-Tracking adaptiert werden? 

Du siehst, der Umzug kann auch einen ganzen Haufen Arbeit bedeuten. Ein Grund mehr, um das Einrichten von Google Analytics frühzeitig in Gang zu setzen und beide Tools parallel laufen zu lassen, solange es noch geht. So kannst du regelmäßig daran arbeiten, dich mit der Oberfläche und den Funktionen vertraut machen und dir die Arbeit mit anderen aufteilen. 

Wir empfehlen, genau das zu tun. Mach dich mit GA4 vertraut und ziehe dann Schritt für Schritt alles um, bis alles so weit passt, dass du komplett umziehen kannst.

Suchst du nach Unterstützung beim Umstieg auf Google Analytics 4 und möchtest du von dem Wissen unserer Expertinnen und Experten profitieren? Dann sichere dir jetzt einen Platz in unserem Google Analytics 4-Seminar der EOM Academy. In dieser Google Analytics 4-Schulung geben wir dir einen Überblick über die neuen Funktionen und du bekommst alle wichtigen Informationen zum Einrichten von GA4.

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