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Microsoft Advertising – so heißt die Plattform inzwischen offiziell – ist die Werbeplattform der Suchmaschine Bing. Sie hat ihren Marktanteil seit 2016 weiter ausgebaut und bietet Chancen für einige Unternehmen, dort neue Zielgruppen zu erschließen und an ihre Marke zu binden.
Wie funktionieren Bing Ads?
…im Grunde genauso wie Google Ads. Die Einstellungen im Ad-Konto sind nahezu dieselben, was es Marketern, die bereits mit Google Ads arbeiten, leichter macht, Anzeigen über Bing zu schalten. Wie beim Marktführer, gibt es verschiedene Arten von Ads (erweiterte Textanzeigen, Display Ads, Remarketing Ads, Shopping Ads und diverse Erweiterungen, wie die Standort- oder die Call-Extension). Auch die Bezahlung läuft wie bei Google über Cost-per-click (CPC), das heißt, als Marketer bezahlt man pro Klick auf seine Anzeige, wobei sich die Kosten für Google Ads von den Bing Ads unterscheiden können.
Insgesamt läuft vieles wie bei Google Ads. Bei der Erstellung von Anzeigen ist zunächst kein Vorteil der Bing Ads zu erkennen. Warum also über die deutlich kleinere Suchmaschine überhaupt Anzeigen schalten?

Was erreicht man mit Bing Ads?
In einigen Branchen und Themenbereichen sind Bing Ads günstiger als Anzeigen in Google Ads. Man spart also Geld, das jedoch auch nicht gut angelegt ist, wenn man nicht genügend Personen und damit Conversions erreicht. Der große Schwachpunkt und Grund, warum viele noch vor der Anzeigenschaltung auf Bing zurückschrecken, ist die deutlich kleinere Reichweite im Gegensatz zu Google. Aus diesem vermeintlichen Schwachpunkt können sich jedoch auch Chancen ergeben, völlig neue Zielgruppen zu erreichen.
Bing Ads: Vor- und Nachteile
Schließlich erreicht ihr mit euren Google Ads nur die wenigsten Bing-User. Hier tut sich also eine bislang unerschlossene Zielgruppe auf, die ihr mit eurer Kampagne begeistern könnt. Ein weiterer Punkt ist die Sichtbarkeit. Weil alle über Google werben, ist der Wettbewerb unter den werbenden Unternehmen längst nicht so hart. Damit könnt ihr euch einen echten Vorsprung gegenüber euren Konkurrenten verschaffen.
Laut aktuellen Zahlen liegt der Marktanteil von Bing in Deutschland mittlerweile bei rund 5 bis 6 Prozent – vor allem durch Kooperationen mit Windows und der Integration in den Microsoft Edge Browser. Bing ist zum Beispiel die Standard-Suchmaschine von Microsoft Windows, und ja, es gibt Nutzer, deren erste Amtshandlung es nicht ist, auf Google umzustellen und die Bing tatsächlich weiterhin nutzen. Man denke dabei an die zahlreichen Büromitarbeiter, die auf ihrem Arbeitsrechner gar keine Wahl haben, weil die Suchmaschine nicht geändert werden kann.

Wenn wir über Chancen und Vorteile von Bing Ads reden, wollen wir euch natürlich auch die Schwachstellen nicht verschweigen. Bei der Auswertung, Analyse, der Segmentierung und der Attribution hat Microsoft Advertising in den letzten Jahren stark aufgeholt, kann mit Google aber in manchen Bereichen noch nicht ganz mithalten.
Ihr habt zum Beispiel keine aufgeschlüsselten Werte zu unterschiedlichen Conversion-Arten in den verschiedenen Kampagnen und Anzeigengruppen. Zwar habt ihr dieselben Optimierungsmöglichkeiten, wie bei Google Ads (Wann waren die User aktiv?), mit denen sich Anzeigen natürlich perfekt timen lassen, die so genau zur richtigen Zeit auf dem Bildschirm eurer Zielgruppe erscheinen. Microsoft hat inzwischen die Möglichkeit eingeführt, unterschiedliche Conversion-Ziele zu definieren – dennoch ist die Usability komplexer als bei Google Ads.
Wer seine Ads in das System von Bing importieren will, kann das theoretisch tun, allerdings klappt das in den wenigsten Fällen fehler- bzw. verlustfrei. So bleibt das Layout zwar erhalten, denn die Maße und Zeichenanzahlen sind exakt dieselben, jedoch verändern sich Kleinigkeiten in den Einstellungen, die man nicht auf den ersten Blick sieht und später nur schwer wieder rückgängig machen kann.
Mittlerweile bietet Microsoft Advertising ein spezielles Import-Tool, mit dem sich Google Ads-Konten regelmäßig synchronisieren lassen – auch automatische Importe sind möglich. Dennoch kann es zu kleinen Abweichungen kommen, weshalb ein manuelles Kontrollieren nach wie vor sinnvoll ist.
Ein Beispiel aus der Praxis: Eine Google Ads-Kampagne in englischer Sprache soll nun auch bei Bing laufen. Beim Importieren stellt sich jedoch mitunter das gesamte Bing-Konto auf Englisch um, obwohl es nur um eine einzige englische Ad geht und nichts weiter verändert werden soll. Probleme, mit denen man bei Bing seltener als früher, aber gelegentlich noch leben muss. Nichtsdestotrotz sollte man nicht generell von Ads beim Google-Konkurrenten absehen.
Für wen lohnen sich Bing Ads?
Vor allem der Bereich B2B ist für Bing-User interessant. In großen Unternehmen ist, wie bereits erwähnt, Windows häufig das Standard-Betriebssystem, an dem intern nicht viel zu ändern ist. Da Bing hier als Standard-Suchmaschine eingestellt ist, sitzen hier eure potenziellen Kunden, die Bing nutzen „müssen“. Fernab dessen, kann so ziemlich jeder eine neue Zielgruppe über Bing erreichen.
Auch ältere Zielgruppen sowie Nutzer mit höherem Einkommen sind bei Bing überproportional stark vertreten – ein klarer Vorteil für Anbieter aus dem Premium-Segment.
Hierzu ein Tipp von uns: Schaut bei Analytics nach, wie viel Traffic ihr über Bing bekommt und entscheidet dann, ob die Suchmaschine für eure Kunden und damit für euch interessant ist. So können theoretisch auch B2C-Unternehmen von Bing Ads profitieren, wenn nur genug User über diese Suchmaschine auf die Website gelangen und immer wiederkommen.
Doch selbst, wenn nicht viele User über Bing zu euch kommen, tun sie es vielleicht bei eurem Mitbewerber, der schon ordentlich Anzeigen schaltet. Hier habt ihr noch ein Wörtchen mitzureden und solltet euch den zusätzlichen Traffic nicht entgehen lassen.
Durch neue KI-Funktionen wie die Integration von Copilot in Bing-Suchen (basierend auf GPT-Technologie) steigt das Potenzial der Plattform weiter – sowohl in puncto Nutzerbindung als auch bei den Werbemöglichkeiten.
Bing Ads sind nach wie vor ein Nischenprodukt, mit dem die Google Anzeigen im besten Fall ergänzt werden können. Dennoch bieten sich bei der richtigen Strategie und Optimierung echte Chance auf mehr Traffic, die Erschließung neuer Zielgruppen und mehr Conversions. Wir beraten euch als Bing Ads Agentur diesbezüglich gerne und analysieren, ob Bing für euer Unternehmen sinnvoll ist. Alternativ verhelfen wir eurem Wissen mit unserem individuell auf euch angepassten Online-Marketing-Seminar auch gerne auf das nächste Level.