Inhalt dieser Seite
- Das Wichtigste in Kürze
- Beispiel aus der Praxis
- Wer hat das Agentic Commerce Protocol entwickelt?
- Wie funktioniert ACP?
- Wie ist der Stand von Instant Checkout in ChatGPT?
- Können Händler in Deutschland ACP schon nutzen?
- Wie unterscheidet sich ACP von MCP und UCP?
- Was brauchen Händler für ACP?
- Wo liegen die Grenzen von ACP?
- Häufige Fragen
Das Wichtigste in Kürze
- ACP regelt den Kaufabschluss zwischen KI-Agent und Händler. Dazu gehören eine Checkout-Schnittstelle beim Händler und ein Verfahren, das Zahlungsdaten sicher weitergibt.
- Der Händler bleibt Verkäufer. Er nimmt Bestellungen an oder lehnt sie ab und wickelt die Zahlung über seinen eigenen Zahlungsanbieter ab.
- Die Spezifikation steht unter der Lizenz Apache 2.0 und ist als Beta gekennzeichnet. OpenAI und Stripe pflegen sie gemeinsam (Stand: Oktober 2026).
- ChatGPT war die erste Plattform mit ACP. Laut OpenAI nimmt sie Produktfeeds derzeit nur von freigegebenen Partnern auf, der Standard-Feed richtet sich an den US-Markt.
- Google verfolgt mit dem Universal Commerce Protocol (UCP) einen eigenen Standard. Für Händler zählen bei beiden zuerst vollständige Produktdaten.
Beispiel aus der Praxis
Ein Onlinehändler für Outdoor-Ausrüstung verkauft Zelte und Schlafsäcke an Kunden in Deutschland und Österreich. Die Geschäftsführung liest, dass Käufer in ChatGPT direkt bestellen können, und fragt, ob der Shop für Agentic Commerce bereit ist. Das Team prüft deshalb, was ein Anschluss über ACP verlangt.
Zuerst gleicht es Preise und Lieferzeiten im Produktfeed mit dem Shop ab, weil ein KI-Agent genau diese Angaben übernimmt. Parallel beobachtet die Geschäftsführung, wann OpenAI Händler außerhalb der USA zulässt.
Wer hat das Agentic Commerce Protocol entwickelt?
OpenAI und Stripe haben ACP gemeinsam entwickelt und am 29. September 2025 veröffentlicht. Am selben Tag startete in ChatGPT die Kauffunktion Instant Checkout, zunächst für Käufe von Nutzern in den USA bei Verkäufern auf Etsy.
Die Spezifikation ist Open Source unter der Lizenz Apache 2.0 und trägt den Status Beta. Die jüngste veröffentlichte Fassung vom 17. April 2026 ergänzte unter anderem einen Warenkorb und die Anbindung über MCP (Stand: Oktober 2026).
Wie funktioniert ACP?
ACP verbindet drei Abläufe, die OpenAI als Voraussetzung für Instant Checkout in ChatGPT nennt.
- Produktfeed. Der Händler liefert regelmäßig eine Datei mit seinen Produkten, etwa als CSV oder JSON. Zu den Pflichtangaben gehören unter anderem Preis und Verfügbarkeit.
- Agentic Checkout. ChatGPT zeigt den Bestellvorgang im Chat an und sammelt Lieferadresse und Zahlungsart. Über eine Checkout-Schnittstelle prüft das System des Händlers die Bestellung und berechnet Versand und Steuern. Annehmen oder ablehnen kann allein der Händler.
- Delegierte Zahlung. OpenAI übermittelt die Zahlungsdaten an den Zahlungsanbieter des Händlers. Der Anbieter erzeugt daraus einen Token mit Höchstbetrag und Ablaufzeit, mit dem der Händler die Zahlung einzieht. Bei Stripe heißt dieser Token Shared Payment Token.
OpenAI ist bei ACP nicht Verkäufer. Bestellstatus und Zahlungsabwicklung liegen laut OpenAI beim Händler, ChatGPT stellt die Oberfläche.
Wie ist der Stand von Instant Checkout in ChatGPT?
Die Entwicklerdokumentation von OpenAI beschreibt Instant Checkout als Kauffunktion in ChatGPT, die auf ACP aufbaut (Stand: Oktober 2026). Die Aufnahme von Produktfeeds ist laut OpenAI derzeit nur für freigegebene Partner möglich. Für den Checkout braucht es zusätzlich eine eigene, separat freigeschaltete Integration.
Nach Medienberichten vom März 2026 stellt OpenAI Instant Checkout als eigene Kauffunktion zurück und setzt stärker auf Apps von Händlern in ChatGPT. Das Protokoll selbst wird weiter gepflegt, die jüngste Fassung erschien im April 2026.
Weil sich die Bedingungen schnell ändern, prüfen Sie vor jeder Entscheidung die aktuelle Dokumentation von OpenAI.
Können Händler in Deutschland ACP schon nutzen?
Händler in Deutschland können ACP in ChatGPT bisher nur eingeschränkt nutzen. Laut OpenAI richten sich Standard-Uploads für Produktfeeds derzeit an den US-Markt. Weitere Länder sind erst möglich, wenn OpenAI die Integration und die erlaubten Länder bestätigt hat (Stand: Oktober 2026).
Bei den Zahlungsanbietern ist der Zugang breiter. Stripe bietet seine Agentic Commerce Suite, die ACP und UCP unterstützt, in den USA, in Kanada und in ausgewählten europäischen Ländern an, darunter Deutschland. Jede Verbindung zu einem KI-Agenten muss laut Stripe dessen Betreiber bestätigen.
Wie unterscheidet sich ACP von MCP und UCP?
ACP regelt den Kauf bei einem Händler, MCP den allgemeinen Zugriff von KI-Anwendungen auf Tools und Daten. Laut ACP-Website können Händler ihren Checkout über eine klassische Schnittstelle oder über MCP bereitstellen. Mehr dazu steht im Eintrag MCP (Model Context Protocol).
Das Universal Commerce Protocol (UCP) hat Google am 11. Januar 2026 vorgestellt. Es deckt auch die Produktsuche und den Service nach dem Kauf ab. Google beschreibt den UCP-Checkout in der Hilfe zum Google Merchant Center und gibt ihn derzeit für ausgewählte Händler frei.
| Kriterium | ACP | UCP |
|---|---|---|
| Vorgestellt | September 2025 | Januar 2026 |
| Entwickelt von | OpenAI und Stripe | Google mit Händlern und Plattformen wie Shopify und Walmart |
| Kauf in | ChatGPT (Instant Checkout) | KI-Modus der Google-Suche und Gemini |
| Verfügbarkeit | Standard-Feed auf die USA ausgerichtet | für Produkte in den USA, Kanada und Australien |
Was brauchen Händler für ACP?
Die Vorbereitung beginnt bei Daten und Abläufen, die jedes Protokoll braucht.
- Produktdaten. Preis und Verfügbarkeit müssen im Feed vollständig sein und mit dem Shop übereinstimmen. Stripe hält es in den meisten Fällen für ausreichend, Bestand und Preise alle 15 Minuten zu aktualisieren.
- Zahlungsanbieter. Klären Sie, ob Ihr Zahlungsanbieter delegierte Zahlungen unterstützt. Für ACP war Stripe der erste kompatible Anbieter.
- Bestellprozesse. Bestellungen über Agenten müssen in Warenwirtschaft und Versand ankommen wie jede andere Bestellung. Das gilt auch für Retouren.
- Rechtstexte. Für das Onboarding verlangt Stripe Links auf AGB und Datenschutzerklärung sowie auf die Rückgaberichtlinie.
In der Agentic Commerce Beratung bereiten wir Produktdaten und Feeds so auf, dass KI-Agenten sie lesen, und beheben Widersprüche zwischen Shop und Feed. Ob Ihre Produkte für KI-Agenten lesbar und kaufbar sind, prüft das Agentic-Commerce-Audit.
Wo liegen die Grenzen von ACP?
ACP ist als Beta gekennzeichnet und bildet noch nicht jeden Kaufablauf ab.
- Einfache Lieferung. Laut OpenAI kennt das Protokoll derzeit eine Lieferadresse und eine Versandoption je Bestellung. Mehrere Sendungen sind für später vorgesehen.
- Konkurrierende Standards. Wer ACP und UCP nutzen will, braucht zwei Anbindungen oder einen Anbieter, der beide unterstützt.
- Recht. Wie Vertragsschluss und Widerruf bei Bestellungen über einen Agenten zu gestalten sind, klären Sie mit Ihrer Rechtsberatung.
Verwandte Begriffe
Quellen
- Agentic Commerce Protocol: Website von OpenAI und Stripe
- GitHub: Agentic Commerce Protocol, Spezifikation und Versionen
- OpenAI for Developers: Agentic Commerce, Key concepts
- OpenAI for Developers: Products (File Upload)
- Stripe Newsroom: Instant Checkout in ChatGPT (29.09.2025)
- Shopifreaks: OpenAI pivots from Instant Checkout to an app-based shopping model inside ChatGPT (12.03.2026)
- Stripe-Dokumentation: Über Agenten verkaufen
- Google Merchant Center-Hilfe: Universal Commerce Protocol (UCP)










