Zum Inhalt springen

Agentic Commerce Protocol (ACP)

Das Agentic Commerce Protocol (ACP) ist ein offener Standard, über den KI-Agenten im Auftrag von Käufern bei Onlinehändlern bestellen und bezahlen. Entwickelt haben ihn OpenAI und Stripe, die erste Fassung erschien im September 2025.

Inhalt dieser Seite
  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Beispiel aus der Praxis
  3. Wer hat das Agentic Commerce Protocol entwickelt?
  4. Wie funktioniert ACP?
  5. Wie ist der Stand von Instant Checkout in ChatGPT?
  6. Können Händler in Deutschland ACP schon nutzen?
  7. Wie unterscheidet sich ACP von MCP und UCP?
  8. Was brauchen Händler für ACP?
  9. Wo liegen die Grenzen von ACP?
  10. Häufige Fragen

Das Wichtigste in Kürze

  • ACP regelt den Kaufabschluss zwischen KI-Agent und Händler. Dazu gehören eine Checkout-Schnittstelle beim Händler und ein Verfahren, das Zahlungsdaten sicher weitergibt.
  • Der Händler bleibt Verkäufer. Er nimmt Bestellungen an oder lehnt sie ab und wickelt die Zahlung über seinen eigenen Zahlungsanbieter ab.
  • Die Spezifikation steht unter der Lizenz Apache 2.0 und ist als Beta gekennzeichnet. OpenAI und Stripe pflegen sie gemeinsam (Stand: Oktober 2026).
  • ChatGPT war die erste Plattform mit ACP. Laut OpenAI nimmt sie Produktfeeds derzeit nur von freigegebenen Partnern auf, der Standard-Feed richtet sich an den US-Markt.
  • Google verfolgt mit dem Universal Commerce Protocol (UCP) einen eigenen Standard. Für Händler zählen bei beiden zuerst vollständige Produktdaten.

Beispiel aus der Praxis

Ein Onlinehändler für Outdoor-Ausrüstung verkauft Zelte und Schlafsäcke an Kunden in Deutschland und Österreich. Die Geschäftsführung liest, dass Käufer in ChatGPT direkt bestellen können, und fragt, ob der Shop für Agentic Commerce bereit ist. Das Team prüft deshalb, was ein Anschluss über ACP verlangt.

Zuerst gleicht es Preise und Lieferzeiten im Produktfeed mit dem Shop ab, weil ein KI-Agent genau diese Angaben übernimmt. Parallel beobachtet die Geschäftsführung, wann OpenAI Händler außerhalb der USA zulässt.

Wer hat das Agentic Commerce Protocol entwickelt?

OpenAI und Stripe haben ACP gemeinsam entwickelt und am 29. September 2025 veröffentlicht. Am selben Tag startete in ChatGPT die Kauffunktion Instant Checkout, zunächst für Käufe von Nutzern in den USA bei Verkäufern auf Etsy.

Die Spezifikation ist Open Source unter der Lizenz Apache 2.0 und trägt den Status Beta. Die jüngste veröffentlichte Fassung vom 17. April 2026 ergänzte unter anderem einen Warenkorb und die Anbindung über MCP (Stand: Oktober 2026).

Wie funktioniert ACP?

ACP verbindet drei Abläufe, die OpenAI als Voraussetzung für Instant Checkout in ChatGPT nennt.

  1. Produktfeed. Der Händler liefert regelmäßig eine Datei mit seinen Produkten, etwa als CSV oder JSON. Zu den Pflichtangaben gehören unter anderem Preis und Verfügbarkeit.
  2. Agentic Checkout. ChatGPT zeigt den Bestellvorgang im Chat an und sammelt Lieferadresse und Zahlungsart. Über eine Checkout-Schnittstelle prüft das System des Händlers die Bestellung und berechnet Versand und Steuern. Annehmen oder ablehnen kann allein der Händler.
  3. Delegierte Zahlung. OpenAI übermittelt die Zahlungsdaten an den Zahlungsanbieter des Händlers. Der Anbieter erzeugt daraus einen Token mit Höchstbetrag und Ablaufzeit, mit dem der Händler die Zahlung einzieht. Bei Stripe heißt dieser Token Shared Payment Token.

OpenAI ist bei ACP nicht Verkäufer. Bestellstatus und Zahlungsabwicklung liegen laut OpenAI beim Händler, ChatGPT stellt die Oberfläche.

Wie ist der Stand von Instant Checkout in ChatGPT?

Die Entwicklerdokumentation von OpenAI beschreibt Instant Checkout als Kauffunktion in ChatGPT, die auf ACP aufbaut (Stand: Oktober 2026). Die Aufnahme von Produktfeeds ist laut OpenAI derzeit nur für freigegebene Partner möglich. Für den Checkout braucht es zusätzlich eine eigene, separat freigeschaltete Integration.

Nach Medienberichten vom März 2026 stellt OpenAI Instant Checkout als eigene Kauffunktion zurück und setzt stärker auf Apps von Händlern in ChatGPT. Das Protokoll selbst wird weiter gepflegt, die jüngste Fassung erschien im April 2026.

Weil sich die Bedingungen schnell ändern, prüfen Sie vor jeder Entscheidung die aktuelle Dokumentation von OpenAI.

Können Händler in Deutschland ACP schon nutzen?

Händler in Deutschland können ACP in ChatGPT bisher nur eingeschränkt nutzen. Laut OpenAI richten sich Standard-Uploads für Produktfeeds derzeit an den US-Markt. Weitere Länder sind erst möglich, wenn OpenAI die Integration und die erlaubten Länder bestätigt hat (Stand: Oktober 2026).

Bei den Zahlungsanbietern ist der Zugang breiter. Stripe bietet seine Agentic Commerce Suite, die ACP und UCP unterstützt, in den USA, in Kanada und in ausgewählten europäischen Ländern an, darunter Deutschland. Jede Verbindung zu einem KI-Agenten muss laut Stripe dessen Betreiber bestätigen.

Wie unterscheidet sich ACP von MCP und UCP?

ACP regelt den Kauf bei einem Händler, MCP den allgemeinen Zugriff von KI-Anwendungen auf Tools und Daten. Laut ACP-Website können Händler ihren Checkout über eine klassische Schnittstelle oder über MCP bereitstellen. Mehr dazu steht im Eintrag MCP (Model Context Protocol).

Das Universal Commerce Protocol (UCP) hat Google am 11. Januar 2026 vorgestellt. Es deckt auch die Produktsuche und den Service nach dem Kauf ab. Google beschreibt den UCP-Checkout in der Hilfe zum Google Merchant Center und gibt ihn derzeit für ausgewählte Händler frei.

ACP und UCP im Vergleich (Stand: Oktober 2026)
Kriterium ACP UCP
Vorgestellt September 2025 Januar 2026
Entwickelt von OpenAI und Stripe Google mit Händlern und Plattformen wie Shopify und Walmart
Kauf in ChatGPT (Instant Checkout) KI-Modus der Google-Suche und Gemini
Verfügbarkeit Standard-Feed auf die USA ausgerichtet für Produkte in den USA, Kanada und Australien

Was brauchen Händler für ACP?

Die Vorbereitung beginnt bei Daten und Abläufen, die jedes Protokoll braucht.

  • Produktdaten. Preis und Verfügbarkeit müssen im Feed vollständig sein und mit dem Shop übereinstimmen. Stripe hält es in den meisten Fällen für ausreichend, Bestand und Preise alle 15 Minuten zu aktualisieren.
  • Zahlungsanbieter. Klären Sie, ob Ihr Zahlungsanbieter delegierte Zahlungen unterstützt. Für ACP war Stripe der erste kompatible Anbieter.
  • Bestellprozesse. Bestellungen über Agenten müssen in Warenwirtschaft und Versand ankommen wie jede andere Bestellung. Das gilt auch für Retouren.
  • Rechtstexte. Für das Onboarding verlangt Stripe Links auf AGB und Datenschutzerklärung sowie auf die Rückgaberichtlinie.

In der Agentic Commerce Beratung bereiten wir Produktdaten und Feeds so auf, dass KI-Agenten sie lesen, und beheben Widersprüche zwischen Shop und Feed. Ob Ihre Produkte für KI-Agenten lesbar und kaufbar sind, prüft das Agentic-Commerce-Audit.

Wo liegen die Grenzen von ACP?

ACP ist als Beta gekennzeichnet und bildet noch nicht jeden Kaufablauf ab.

  • Einfache Lieferung. Laut OpenAI kennt das Protokoll derzeit eine Lieferadresse und eine Versandoption je Bestellung. Mehrere Sendungen sind für später vorgesehen.
  • Konkurrierende Standards. Wer ACP und UCP nutzen will, braucht zwei Anbindungen oder einen Anbieter, der beide unterstützt.
  • Recht. Wie Vertragsschluss und Widerruf bei Bestellungen über einen Agenten zu gestalten sind, klären Sie mit Ihrer Rechtsberatung.

Verwandte Begriffe

Quellen

Häufige Fragen

Was ist das Agentic Commerce Protocol einfach erklärt?

ACP ist eine gemeinsame Sprache zwischen KI-Assistenten und Onlineshops. Bestellt ein Käufer in ChatGPT, übermittelt das Protokoll Warenkorb und Lieferadresse an den Shop und gibt die Zahlung sicher weiter. Der Shop bleibt Verkäufer und wickelt die Bestellung selbst ab.

Wer steht hinter ACP?

OpenAI und Stripe haben das Protokoll entwickelt und pflegen es gemeinsam. Die Spezifikation ist Open Source unter der Lizenz Apache 2.0, andere KI-Plattformen und Zahlungsanbieter können sie ebenfalls umsetzen.

Ist ACP dasselbe wie Instant Checkout?

Nein. ACP ist das Protokoll, Instant Checkout die Kauffunktion in ChatGPT, die darauf aufbaut. Andere Plattformen können ACP für eigene Kauffunktionen nutzen.

Kostet ACP Gebühren?

Das Protokoll selbst ist frei nutzbar. Mögliche Gebühren legen die Plattform, über die verkauft wird, und der Zahlungsanbieter fest. Hinzu kommt der Aufwand für Feed und Schnittstelle, der vor allem vom Shopsystem und der Zahl der Produkte abhängt.

Brauche ich Stripe, um ACP zu nutzen?

Laut ACP-Website nicht. Händler können jeden kompatiblen Zahlungsanbieter nutzen, Stripe war der erste. Welche Anbieter eine bestimmte KI-Plattform akzeptiert, legt deren Betreiber fest.

Was ist der Unterschied zwischen ACP und UCP?

ACP stammt von OpenAI und Stripe und ist mit ChatGPT gestartet. UCP hat Google mit Partnern aus dem Handel entwickelt, es ermöglicht Käufe im KI-Modus der Google-Suche und in Gemini. Beide lassen den Händler Verkäufer bleiben.

Kann ich als Händler in Deutschland schon in ChatGPT verkaufen?

Im Regelfall noch nicht. Laut OpenAI richten sich Standard-Feeds an den US-Markt, weitere Märkte gibt OpenAI nur nach eigener Bestätigung frei (Stand: Oktober 2026). Unabhängig davon können Sie Produktdaten und Feeds schon jetzt so pflegen, dass KI-Agenten sie lesen.

Was muss im Produktfeed für ChatGPT stehen?

Laut OpenAI sind neun Felder Pflicht, darunter Titel und Preis. Auch die Verfügbarkeit und ein Link zur Produktseite gehören dazu. Wer den Checkout nutzen will, ergänzt Links auf eigene Datenschutzerklärung und AGB. Die Angaben müssen mit dem Shop übereinstimmen und regelmäßig aktualisiert werden.

Wie sicher ist die Zahlung über ACP?

Die Zahlung läuft über einen Token, den der Zahlungsanbieter für einen Höchstbetrag und eine begrenzte Zeit ausstellt. Bei Stripe startet ChatGPT die Zahlung mit einem Shared Payment Token, ohne die Zahlungsdaten des Käufers offenzulegen. Der Token gilt nur für einen Händler und einen Warenkorbwert.

Glossar

Mehr aus KI und GEO.

Alle 75 Begriffe
  • Ads in KI-Oberflächen (ChatGPT-Werbung)

    Ads in KI-Oberflächen sind als gesponsert gekennzeichnete Anzeigen, die in KI-Assistenten wie ChatGPT getrennt von der eigentlichen Antwort erscheinen.

  • Agentic Commerce

    Agentic Commerce bezeichnet Einkäufe, bei denen KI-Agenten im Auftrag von Menschen Produkte recherchieren, vergleichen und teilweise direkt bestellen.

  • AI Overviews (KI-Übersichten)

    AI Overviews (deutsch: KI-Übersichten, in der Suche als „Übersicht mit KI“ bezeichnet) sind KI-generierte Zusammenfassungen, die Google bei vielen Suchanfragen oberhalb der klassischen Treffer anzeigt, mit Links zu den verwendeten Quellen.

  • GEO (Generative Engine Optimization)

    Generative Engine Optimization (GEO) ist die Optimierung von Inhalten, Website und Marke mit dem Ziel, dass KI-Systeme wie ChatGPT, Perplexity, Gemini oder Googles KI-Übersichten ein Unternehmen in ihren Antworten nennen und als Quelle verlinken.

  • KI-Agent

    Ein KI-Agent ist ein System auf Basis eines Sprachmodells, das eine Aufgabe selbstständig in Schritte zerlegt, dafür Tools wie Websuche, Browser oder Software-Schnittstellen nutzt und über den nächsten Schritt selbst entscheidet, etwa beim Recherchieren, Vergleichen oder Bestellen.

  • KI-Halluzination

    Eine KI-Halluzination ist eine Aussage eines KI-Sprachmodells, die plausibel klingt, aber falsch oder nicht belegt ist, etwa eine falsche Zahl oder eine Quelle, die es nicht gibt.

Gespräch anfragen