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LLM (Large Language Model)

Ein LLM (Large Language Model, großes Sprachmodell) ist ein KI-Modell, das mit sehr großen Textmengen trainiert wurde und Texte erzeugen und Fragen beantworten kann. Dazu berechnet es Stück für Stück, welcher Textteil am wahrscheinlichsten als Nächstes folgt.

Inhalt dieser Seite
  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Beispiel aus der Praxis
  3. Wie funktioniert ein LLM?
  4. Welche LLMs sind bekannt?
  5. Was ist der Unterschied zwischen LLM, Chatbot und KI-Agent?
  6. Wo liegen die Grenzen von LLMs?
  7. Was bedeuten LLMs für das Marketing?
  8. Was ist beim Datenschutz zu beachten?
  9. Häufige Fragen

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein LLM zerlegt Text in kleine Einheiten, die Tokens, und sagt voraus, welches Token als Nächstes folgt. Aus vielen solchen Vorhersagen entsteht eine Antwort.
  • Hinter Assistenten wie ChatGPT oder Claude stehen LLMs. Die Anbieter ersetzen ihre Modelle regelmäßig durch neue Versionen.
  • Ein Modell kennt nur Daten bis zu seinem Trainingsstichtag. Aktuelles erfährt es nur, wenn eine Anwendung ihm Webseiten oder Dokumente mitgibt.
  • LLMs formulieren auch falsche Angaben flüssig und sicher. Zahlen und Zitate aus KI-Texten sollten Sie deshalb vor der Veröffentlichung prüfen.
  • Im Marketing sind LLMs in zwei Rollen wichtig. Teams nutzen sie für Texte und Recherche, und KI-Suchen wie ChatGPT oder Perplexity beantworten damit die Fragen Ihrer Kunden.

Beispiel aus der Praxis

Das Marketingteam eines Herstellers von Industriearmaturen lässt ein LLM erste Entwürfe für Produkttexte schreiben. Grundlage ist jeweils das technische Datenblatt. Die Entwürfe lesen sich flüssig und liegen nach wenigen Minuten auch auf Englisch vor. In einem Text steht allerdings ein Nenndruck, der in keinem Datenblatt vorkommt.

Das Team passt den Ablauf deshalb an. Das Datenblatt geht bei jeder Anfrage mit, und das Modell soll nur Werte daraus übernehmen. Vor der Freigabe prüft eine Produktmanagerin jede technische Angabe. So entstehen die Texte weiterhin schneller als früher, und die Fakten stammen aus den eigenen Unterlagen.

Wie funktioniert ein LLM?

Ein LLM berechnet, welches Textstück am wahrscheinlichsten als Nächstes folgt, und hängt es an die bisherige Antwort an. Diese Textstücke heißen Tokens. Aus vielen solchen Vorhersagen entsteht ein zusammenhängender Text.

Bis ein Modell so antworten kann, durchläuft es mehrere Trainingsstufen.

  1. Vortraining. Das Modell lernt an sehr großen Textmengen, das jeweils nächste Wort vorherzusagen. Sprachmuster und Wissen speichert es dabei in seinen Parametern.
  2. Feinabstimmung. Mit weiteren, ausgewählten Daten trainieren die Entwickler das Modell auf bestimmte Aufgaben, etwa Anweisungen zu befolgen.
  3. Training mit menschlichem Feedback. Menschen bewerten Antworten, und das Modell lernt, die besser bewerteten zu bevorzugen. Die Fachbezeichnung lautet RLHF (Reinforcement Learning from Human Feedback).

Technische Grundlage ist meist die Transformer-Architektur, die Forscher von Google 2017 im Aufsatz „Attention Is All You Need“ vorgestellt haben.

Welche LLMs sind bekannt?

Die bekanntesten LLMs stammen von wenigen großen Anbietern. Die Versionsnummern ändern sich häufig, die Liste gibt den Stand vom Oktober 2026 wieder.

  • GPT (OpenAI). Die Modellfamilie hinter ChatGPT. Als Flaggschiff empfiehlt OpenAI derzeit GPT-6 Astra.
  • Gemini (Google). Über die Gemini API bietet Google unter anderem Gemini 3.8 Flash als stabiles Modell an.
  • Claude (Anthropic). Für die meisten Aufgaben empfiehlt Anthropic derzeit Claude Opus 5.5.
  • Llama (Meta). Meta veröffentlicht die Llama-Modelle mit herunterladbaren Gewichten, zuletzt die Generation Llama 4.
  • Mistral (Mistral AI). Mehrere Modelle, darunter Mistral Large 3, stehen unter der offenen Lizenz Apache 2.0.

Modelle mit offenen Gewichten lassen sich im eigenen Rechenzentrum betreiben. Das kann beim Datenschutz helfen, verlangt aber eigene Rechenleistung und technische Betreuung.

Was ist der Unterschied zwischen LLM, Chatbot und KI-Agent?

Das LLM ist das Sprachmodell selbst. Chatbots und KI-Agenten sind Anwendungen, die ein LLM nutzen und ihm weitere Fähigkeiten geben.

LLM, Chatbot und KI-Agent im Vergleich
Begriff Was es ist Beispiel
LLM Sprachmodell, das Text verarbeitet und erzeugt GPT-6 Astra, Claude Opus 5.5
Chatbot oder KI-Assistent Anwendung für den Dialog, oft ergänzt um Websuche ChatGPT, Perplexity
KI-Agent Anwendung, die Aufgaben in mehreren Schritten selbst plant und dafür Tools nutzt Agent, der Websites von Wettbewerbern prüft und Änderungen zusammenfasst

Wie Agenten planen und handeln, erklärt der Eintrag KI-Agent.

Wo liegen die Grenzen von LLMs?

LLMs schreiben schnell und sprachlich sicher, kennen aber nur einen Ausschnitt der Welt. Diese drei Grenzen sollten Sie bei jedem Einsatz bedenken.

  • Wissensstand. Ein Modell kennt nur Daten bis zu seinem Trainingsstichtag. Bei den aktuellen Modellen von OpenAI liegt er im April oder Mai 2026, bei Anthropic im Juni 2026. Neuere Informationen erhält das Modell nur, wenn eine Anwendung sie per Websuche oder als Dokument mitliefert, etwa über RAG.
  • Kontextfenster. Pro Anfrage verarbeitet ein Modell nur eine begrenzte Textmenge. Bei aktuellen Modellen von Anthropic und OpenAI sind das rund eine Million Tokens. Was nicht in dieses Fenster passt, kann das Modell nicht berücksichtigen.
  • Halluzinationen. Ein LLM formuliert auch falsche Angaben flüssig und überzeugend, etwa nicht belegte Zahlen oder Quellen, die es nicht gibt. Ursachen und Gegenmittel beschreibt der Eintrag KI-Halluzination.

Was bedeuten LLMs für das Marketing?

Für Marketingteams sind LLMs zuerst ein Arbeitsmittel. Sie liefern Entwürfe für Texte und Übersetzungen und fassen lange Dokumente zusammen. Wie brauchbar die Ergebnisse sind, hängt stark davon ab, wie die Anfrage formuliert ist. Darum geht es beim Prompt Engineering.

Gleichzeitig beantworten LLMs die Fragen Ihrer Kunden. KI-Suchen wie ChatGPT oder Perplexity fassen Informationen aus dem Web zusammen und nennen dabei einzelne Anbieter. Ob Ihr Unternehmen vorkommt, hängt davon ab, ob die Systeme Ihre Seiten finden und als Quelle nutzen. Damit befasst sich GEO. Wie wir dabei vorgehen, beschreibt unsere Seite zur GEO-Agentur.

Was ist beim Datenschutz zu beachten?

Sobald Mitarbeitende personenbezogene Daten oder vertrauliche Unterlagen in ein LLM eingeben, gelten die Regeln des Datenschutzes. Die Konferenz der Datenschutzaufsichtsbehörden von Bund und Ländern (DSK) hat dazu im Mai 2024 eine Orientierungshilfe veröffentlicht. Diese drei Empfehlungen betreffen den Alltag im Marketing.

  • Vorzuziehen sind Anwendungen, die Ein- und Ausgaben nicht für das Training weiterer Modelle verwenden.
  • Beschäftigte sollen betriebliche Accounts und Geräte nutzen, keine privaten.
  • Ergebnisse mit Personenbezug sind vor der Weiterverarbeitung auf Richtigkeit zu prüfen.

Welche Dienste und Verträge für Ihr Unternehmen infrage kommen, klären Sie mit Ihrem Datenschutzbeauftragten.

Verwandte Begriffe

Quellen

Häufige Fragen

Was bedeutet LLM auf Deutsch?

LLM steht für Large Language Model, auf Deutsch großes Sprachmodell. „Groß“ bezieht sich auf die Menge der Trainingsdaten und auf die Zahl der Parameter, also der Werte, die das Modell im Training lernt. Laut Google haben solche Modelle Hunderte Milliarden bis Billionen Parameter.

Ist ChatGPT ein LLM?

Nicht ganz. ChatGPT ist ein Assistent von OpenAI, der auf GPT-Modellen beruht. Das LLM ist der Teil, der die Antworten formuliert. ChatGPT ergänzt es um eine Websuche und weitere Funktionen.

Was ist der Unterschied zwischen KI und LLM?

KI ist der Oberbegriff für Systeme, die Aufgaben lösen, für die sonst menschliches Denken nötig wäre. Ein LLM ist eine bestimmte Art von KI-Modell, spezialisiert auf Sprache. Bilderkennung oder Absatzprognosen beruhen auf anderen Modellarten.

Was sind Tokens?

Tokens sind die Einheiten, in die ein LLM Text zerlegt. Ein Token kann ein Wort, ein Wortteil oder ein einzelnes Zeichen sein. Im Englischen entspricht ein Token laut Google im Schnitt etwa vier Zeichen. Auch das Kontextfenster wird in Tokens gemessen.

Woher hat ein LLM sein Wissen?

Aus den Texten, mit denen es trainiert wurde, und aus dem, was eine Anwendung ihm bei einer Anfrage mitgibt. Das Trainingswissen endet an einem Stichtag und ändert sich erst mit einer neuen Modellversion. Aktuelle Informationen kommen über eine Websuche oder über Dokumente hinzu, die Sie selbst bereitstellen.

Was ist ein Open-Weight-Modell?

Bei einem Open-Weight-Modell veröffentlicht der Anbieter die trainierten Gewichte, also die gelernten Parameter. Unternehmen können das Modell dann im Rahmen der jeweiligen Lizenz auf eigenen Servern betreiben. Beispiele sind die Llama-Modelle von Meta und mehrere Modelle von Mistral AI.

Welches LLM ist das beste?

Ein Modell für alle Aufgaben gibt es nicht. Anbieter wie Anthropic unterscheiden selbst zwischen großen Modellen für anspruchsvolle Aufgaben und kleineren, schnelleren für einfache, häufige Anfragen. Am verlässlichsten vergleichen Sie Modelle mit typischen Aufgaben aus Ihrem eigenen Alltag.

Was kostet der Einsatz eines LLM?

Der Aufwand hängt davon ab, ob Ihr Team einen fertigen Assistenten nutzt oder ein Modell über eine Schnittstelle in eigene Abläufe einbindet. Schnittstellen rechnen Anbieter wie Anthropic nach verarbeiteten Tokens ab. Hinzu kommt interner Aufwand für Schulung und für die Prüfung der Ergebnisse.

Glossar

Mehr aus KI und GEO.

Alle 75 Begriffe
  • Ads in KI-Oberflächen (ChatGPT-Werbung)

    Ads in KI-Oberflächen sind als gesponsert gekennzeichnete Anzeigen, die in KI-Assistenten wie ChatGPT getrennt von der eigentlichen Antwort erscheinen.

  • Agentic Commerce

    Agentic Commerce bezeichnet Einkäufe, bei denen KI-Agenten im Auftrag von Menschen Produkte recherchieren, vergleichen und teilweise direkt bestellen.

  • Agentic Commerce Protocol (ACP)

    Das Agentic Commerce Protocol (ACP) ist ein offener Standard, über den KI-Agenten im Auftrag von Käufern bei Onlinehändlern bestellen und bezahlen.

  • AI Overviews (KI-Übersichten)

    AI Overviews (deutsch: KI-Übersichten, in der Suche als „Übersicht mit KI“ bezeichnet) sind KI-generierte Zusammenfassungen, die Google bei vielen Suchanfragen oberhalb der klassischen Treffer anzeigt, mit Links zu den verwendeten Quellen.

  • GEO (Generative Engine Optimization)

    Generative Engine Optimization (GEO) ist die Optimierung von Inhalten, Website und Marke mit dem Ziel, dass KI-Systeme wie ChatGPT, Perplexity, Gemini oder Googles KI-Übersichten ein Unternehmen in ihren Antworten nennen und als Quelle verlinken.

  • KI-Agent

    Ein KI-Agent ist ein System auf Basis eines Sprachmodells, das eine Aufgabe selbstständig in Schritte zerlegt, dafür Tools wie Websuche, Browser oder Software-Schnittstellen nutzt und über den nächsten Schritt selbst entscheidet, etwa beim Recherchieren, Vergleichen oder Bestellen.

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