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Facebook fördert Fremdenhass

Moin, moin und herzlich willkommen zu einer weiteren Folge OMG! Heute haben wir eine spannende Reportage der New York Times zum Thema Fremdenhass auf Facebook für euch.

Hier gelangt ihr zum Video auf YouTube.

Facebook fördert Fremdenhass

Das haben sich die Journalisten der New York Times gefragt und sind dafür sogar auch nach Nordrhein-Westfalen geflogen. Warum? Grund war eine aktualisierte Studie der Universität Warwick: Demnach finden in Orten, in denen Facebook besonders intensiv genutzt wird, besonders viele Angriffe auf Flüchtlinge statt. Zufall oder gibt es einen Zusammenhang?
Klar, wenn wieder irgendein selbsternannter Politik-Experte den Mund aufmacht und gegen Parteien, geflüchtete Menschen oder den Islam wettert, findet das dank Social Media schnell viele Zuhörer. Sobald die meist willkürlichen und nicht belegten Argumente  auch nur halbwegs logisch klingen oder diese Meinung anderen einfach nur gut in den Kram passt, verbreiten sich solche Reden wie Lauffeuer und heizen die nicht gerade fairen und oft beleidigenden Diskurs an.

Die beiden amerikanische Reporter Amanda Taub und Max Fisher reisten unter anderem nach Altena in Nordrhein-Westfalen und nach Traunstein in Bayern, um sich vor Ort von den Resultaten der Studie zu überzeugen. In Altena zündete ein Feuerwehrmann eine Flüchtlingsunterkunft an, nachdem er auf Facebook zuvor wochenlang Stimmung gegen Flüchtlinge gemacht hat.
Auch in Traunstein gab es immer wieder Fälle von Gewalt gegen Flüchtlinge. In beiden Orten ist die Nutzung von Facebook außergewöhnlich hoch. Die Plattform macht also Gemeinschaften anfälliger für rassistische Gewalt, weil wir nicht wie in der Offline Welt in der Gemeinschaft entscheiden, wem wir zuhören und wen wir ignorieren.

Während wir sonst Redakteuren oder Politikern zuhören und dann mit Freunden und Bekannten darüber diskutieren, bilden sich User auf Facebook viel schneller eine Meinung, indem sie zweifelhafte Beiträge liken oder kommentieren, ohne groß darüber nachzudenken. So schön es auch ist, durch Facebook ein Fenster in die Welt zu haben – die Hemmschwellen liegen online nunmal viel niedriger, als offline.

Wir werden mit Meinungen und Informationen bombardiert, was oft dazu führt, dass wir uns festlegen wollen. Da kommen pseudo-logische Hassreden von besorgten Usern für viele genau richtig. So schaukeln sich diese Themen mit steigender Reichweite schnell auf. Das wiederum ist Besorgnis erregend und rückt Facebook erneut in ein schlechtes Licht.

band foto
65.000 Menschen beim „Wir sind mehr“ -Konzert in Chemnitz

Die Plattform kann dabei so viel gegen Fake News und Hate Speech unternehmen, wie sie will: auch wir User müssen lernen, wie wir mit diesen Lawinen von Informationen umgehen und wie wir sie für uns einordnen. Dass dieser Lauffeuer-Effekt jedoch auch positiv zu betrachten ist, zeigt die #wirsindmehr-Aktion, zu der 65.000 Menschen in Chemnitz zusammenkamen, um gegen rechte Gewalt zu protestieren. Das spontane Festival wurde ebenfalls vor allem über Facebook angekündigt.

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