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title: Employer Value Proposition (EVP)
url: https://eom.de/glossar/employer-value-proposition/
anbieter: EOM, Effektiv Online-Marketing GmbH, Hannover
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# Employer Value Proposition (EVP)

> Die Employer Value Proposition (EVP), auf Deutsch Arbeitgeberversprechen, ist das Versprechen eines Arbeitgebers an seine Beschäftigten und an Bewerber. Sie beschreibt, was das Unternehmen bietet und warum jemand gerade dort arbeiten sollte.

Ein Hersteller von Ersatzteilen für Landmaschinen mit 240 Beschäftigten sucht Mechatroniker und Disponenten. In seinen Stellenanzeigen stehen bisher Sätze wie „spannende Aufgaben“ und „familiäres Arbeitsklima“. Eine kurze Befragung zeigt, was die Belegschaft schätzt, vor allem planbare Schichten ohne Wochenendarbeit und eine eigene Lehrwerkstatt, in der auch erfahrene Kollegen an neuen Maschinen lernen.

Aus diesen Antworten formuliert das Unternehmen drei Kernaussagen und belegt jede mit einem Beispiel aus dem Alltag. Die Aussagen stehen jetzt oben auf der Karriereseite und in jeder Stellenanzeige. Nach einem halben Jahr vergleicht die Personalabteilung, wie viele Bewerbungen zu einem Vorstellungsgespräch geführt haben.

## Was gehört zu einer Employer Value Proposition?

Eine Employer Value Proposition beschreibt, was ein Arbeitgeber seinen Beschäftigten für ihre Arbeit bietet. Das Gehalt ist ein Teil davon. NHS Employers, die Arbeitgeberorganisation des staatlichen Gesundheitsdienstes NHS in England, betont, dass eine EVP über die Bezahlung hinausgeht und etwa Weiterbildung und Unternehmenskultur einschließt.

In der Praxis lassen sich die Inhalte einer EVP fünf Bereichen zuordnen.

- **Vergütung.** Gehalt und Zulagen, dazu etwa eine betriebliche Altersvorsorge.
- **Entwicklung.** Weiterbildung und Aufstiegswege, oft auch frühe Verantwortung in Projekten.
- **Arbeitsumfeld.** Arbeitszeiten und die Möglichkeit zum Homeoffice, auch der Weg zur Arbeit.
- **Kultur.** Führung und Umgang im Team, auch wie schnell Entscheidungen fallen.
- **Sinn.** Wofür die Arbeit gut ist, etwa für die Versorgung der Region oder für den Klimaschutz.

Eine EVP muss nicht in allen Bereichen glänzen. Gute EVPs stellen die zwei oder drei Punkte nach vorn, in denen das Unternehmen für die gesuchten Berufe am stärksten ist.

## Was ist der Unterschied zwischen EVP, Employer Branding und USP?

Die EVP ist das Versprechen an Bewerber und Beschäftigte. Employer Branding umfasst alles, was dieses Versprechen sichtbar macht und im Alltag einlöst. Wie eine Arbeitgebermarke insgesamt entsteht, erklärt der Eintrag [Employer Branding](https://eom.de/glossar/employer-branding/).

Die [USP](https://eom.de/glossar/usp/) nennt den Grund, warum Kunden bei einem Unternehmen kaufen, die EVP den Grund, warum Bewerber dort arbeiten wollen. Beide sollten sich nicht widersprechen.

## So entwickeln Sie eine Employer Value Proposition

Eine glaubwürdige EVP entsteht aus dem, was Beschäftigte heute erleben. Diese fünf Schritte führen von der Befragung zur fertigen Formulierung.

1. **Mitarbeitende befragen.** Ein kurzer, anonymer Fragebogen klärt, warum Beschäftigte bleiben und was sie Freunden über ihren Arbeitsplatz erzählen.
2. **Interviews führen.** Gespräche mit neuen und langjährigen Mitarbeitenden vertiefen die Antworten. Austrittsgespräche zeigen, wo das Versprechen bisher nicht hält.
3. **Bewerber fragen.** Wer ein Angebot angenommen oder abgelehnt hat, kennt seine Gründe genau. Bewertungen auf Arbeitgeberportalen ergänzen das Bild.
4. **Wettbewerber vergleichen.** Sammeln Sie die Aussagen der Arbeitgeber, die um dieselben Fachkräfte werben, etwa von deren Karriereseiten. Was dort schon steht, hebt Sie nicht ab.
5. **Kernaussagen festlegen.** Wählen Sie zwei bis vier Aussagen, die der Zielgruppe wichtig sind und Sie vom Wettbewerb unterscheiden. Jede Aussage muss im Alltag stimmen.

Im [Employer Branding](https://eom.de/online-marketing/employer-branding/) entwickeln wir das Arbeitgeberversprechen gemeinsam mit Personalabteilung und Marketing und machen es auf Karriereseite und Social Media sichtbar.

## Wie formulieren Sie eine EVP konkret und glaubwürdig?

Eine gute EVP-Aussage nennt etwas, das Bewerber nachprüfen können. Allgemeine Formulierungen stehen bei fast jedem Arbeitgeber und bleiben deshalb kaum hängen. Für den Hersteller aus dem Beispiel sehen austauschbare und konkrete Fassungen so aus.

| Austauschbar | Konkret |
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| „Flache Hierarchien“ | „Neue Ideen besprechen Sie direkt mit der Werkstattleitung, die Entscheidung fällt meist in derselben Woche.“ |
| „Attraktive Vergütung“ | „Gehalt nach Tarif und eine betriebliche Altersvorsorge mit Zuschuss des Arbeitgebers.“ |
| „Gute Work-Life-Balance“ | „Der Schichtplan steht vier Wochen im Voraus, am Wochenende arbeitet niemand.“ |

Belegen lässt sich jede Aussage mit einem Foto aus dem Arbeitsalltag oder einem Zitat aus dem Team. Für Stellenanzeigen gilt außerdem § 11 AGG. Danach darf ein Arbeitsplatz nicht unter Verstoß gegen das Benachteiligungsverbot ausgeschrieben werden. Formulierungen wie „junges Team“ können als Hinweis auf ein gewünschtes Alter verstanden werden. Ob eine Formulierung zulässig ist, klären Sie im Zweifel mit Ihrer Rechtsberatung.

## Wo setzen Sie die EVP ein?

Die EVP gehört an jede Stelle, an der Menschen ein Unternehmen als Arbeitgeber kennenlernen.

- **Karriereseite.** Die Kernaussagen stehen im ersten sichtbaren Bereich, die Belege direkt darunter.
- **Stellenanzeigen.** Jede Anzeige greift die zwei Aussagen auf, die für diese Berufsgruppe am wichtigsten sind. Für [Google for Jobs](https://eom.de/glossar/google-for-jobs/) verlangt Google eine vollständige Beschreibung der Stelle und empfiehlt die Angabe des Gehalts.
- **Recruiting-Kampagnen.** Im [Performance Recruiting](https://eom.de/glossar/performance-recruiting/) werden die Kernaussagen zu Anzeigentexten, die sich gegeneinander testen lassen.
- **Mitarbeitende als Stimme.** [Corporate Influencer](https://eom.de/glossar/corporate-influencer/) zeigen in sozialen Netzwerken, wie sich die Aussagen im Alltag anfühlen.

## Wie messen Sie, ob die EVP wirkt?

Eine EVP wirkt, wenn sich mehr passende Menschen bewerben und länger bleiben. Diese Kennzahlen zeigen das.

- **Passung der Bewerbungen.** Anteil der Bewerbungen, die zu einem Vorstellungsgespräch führen.
- **Annahmequote.** Anteil der Vertragsangebote, die Kandidaten annehmen.
- **Kündigungen in der Probezeit.** Diese Zahl zeigt, ob der Alltag hält, was die Anzeige verspricht.

Weil die Werte mit dem Arbeitsmarkt schwanken, vergleichen Sie sie mit dem Zeitraum vor der neuen EVP.

## Typische Fehler bei der Employer Value Proposition

- **Wunschbild.** Die EVP beschreibt, wie das Unternehmen gern wäre. Bewertungsportale und frühe Kündigungen machen die Lücke schnell sichtbar.
- **Austauschbare Aussagen.** Sätze, die jeder Wettbewerber unterschreiben könnte, heben kein Unternehmen ab.
- **Zu viele Botschaften.** Mehr als vier Kernaussagen verwässern das Bild.

## Verwandte Begriffe

- [Employer Branding](https://eom.de/glossar/employer-branding/)
- [Performance Recruiting](https://eom.de/glossar/performance-recruiting/)
- [Active Sourcing](https://eom.de/glossar/active-sourcing/)
- [Google for Jobs](https://eom.de/glossar/google-for-jobs/)
- [Corporate Influencer](https://eom.de/glossar/corporate-influencer/)
- [USP (Unique Selling Proposition)](https://eom.de/glossar/usp/)
- [LinkedIn Ads](https://eom.de/glossar/linkedin-ads/)

## Quellen

- [NHS Employers: Defining employee value proposition (EVP)](https://www.nhsemployers.org/articles/defining-employee-value-proposition-evp)
- [Google Search Central: Job posting (JobPosting) structured data](https://developers.google.com/search/docs/appearance/structured-data/job-posting)
- [§ 11 AGG, gesetze-im-internet.de](https://www.gesetze-im-internet.de/agg/__11.html)

## Häufige Fragen

### Was bedeutet Employer Value Proposition auf Deutsch?

Wörtlich heißt Employer Value Proposition Nutzenversprechen des Arbeitgebers, üblich ist der Begriff Arbeitgeberversprechen. Gemeint ist das Angebot, das ein Unternehmen seinen Beschäftigten macht. Manche sprechen auch von Employee Value Proposition und meinen dasselbe.

### Was ist der Unterschied zwischen EVP und Employer Branding?

Die EVP ist der Inhalt, also das Versprechen an Bewerber und Beschäftigte. Employer Branding ist die laufende Arbeit, dieses Versprechen bekannt zu machen und im Alltag einzulösen. Die EVP liefert dafür die gemeinsame Botschaft.

### Wie lang sollte eine EVP sein?

Der Kern passt in einen Satz oder einen kurzen Absatz. Darunter stehen zwei bis vier Kernaussagen, jede mit einem Beleg. Für Karriereseite und Anzeigen entstehen daraus kürzere Fassungen, die Grundlage bleibt dieselbe.

### Wer sollte an der EVP mitarbeiten?

Personalabteilung und Geschäftsführung legen den Rahmen fest, das Marketing sorgt für eine einheitliche Sprache. Die Inhalte kommen von den Mitarbeitenden selbst, über Befragungen und Interviews. Führungskräfte sollten Sie früh beteiligen, weil sie das Versprechen im Alltag einlösen.

### Was ist ein gutes Beispiel für eine EVP-Aussage?

Gut ist eine Aussage, die konkret und überprüfbar ist. „Der Schichtplan steht vier Wochen im Voraus“ sagt einer Mechatronikerin mehr als „gute Work-Life-Balance“. Prüfen Sie jede Aussage mit der Frage, ob ein Wettbewerber sie genauso schreiben könnte.

### Gehört das Gehalt in die EVP?

Ja, die Vergütung ist ein Teil der EVP, auch wenn sie nicht die wichtigste Aussage sein muss. In Stellenanzeigen hilft eine Gehaltsangabe beim Vergleich, und Google empfiehlt sie für Google for Jobs. Welche Pflichten zur Entgelttransparenz für Ihr Unternehmen gelten, klären Sie mit Ihrer Rechtsberatung.

### Wie oft sollte man die EVP überprüfen?

Etwa einmal im Jahr, zum Beispiel zusammen mit einer Mitarbeiterbefragung. Früher lohnt sich eine Prüfung, wenn sich das Unternehmen stark verändert, etwa durch einen Umzug oder einen Eigentümerwechsel. Auch eine steigende Zahl von Kündigungen in der Probezeit ist ein Anlass.

### Was kostet die Entwicklung einer EVP?

Der Aufwand hängt vor allem von der Zahl der Zielgruppen und Standorte ab. Hinzu kommt, ob es schon eine Mitarbeiterbefragung gibt oder ob Befragung und Interviews neu aufgesetzt werden. Ein Betrieb mit einer Zielgruppe braucht deutlich weniger Zeit als ein Unternehmen mit mehreren Werken.

### Braucht ein kleines Unternehmen eine EVP?

Ja. Kleinere Arbeitgeber haben oft Stärken, die Konzerne so nicht bieten, etwa kurze Wege und sichtbaren Einfluss der eigenen Arbeit. Eine EVP macht diese Stärken für Bewerber sichtbar. Für den Anfang reicht eine einfache Fassung auf einer Seite.
